Das Fahrwerk: Komfort steht im Mittelpunkt

04.11.2014
Eine neue Vorderachskonstruktion mit Anleihen aus der bisherigen Mercedes-Benz C-Klasse, eine optimierte De-Dion-Hinterachse, deutlich verlängerte Federwege rundum, Reifen mit größerer Flankenhöhe und ein beispiellos kleiner Wendekreis sind die Highlights des neuen Fahrwerks. Auf Basis der Erfahrung mit den bisherigen smart Modellen wurde das Fahrwerk der neuen smart Generation in Sindelfingen konzipiert und auf deutlich mehr Fahrkomfort ausgelegt.
Grundsätzlich ist das Fahrverhalten der neuen smart sanft untersteuernd ausgelegt. Daher wurden auch die unterschiedlichen Reifendimensionen vorn und hinten beibehalten, wobei die schmaleren Vorderreifen in Verbindung mit einem hohen Radeinschlagwinkel zum beispiellos kleinen Wendekreis beitragen. ABS, ASR und ESP® wachen an den fahrdynamischen Grenzen. Integriert in die Bremsanlage sind Hill-Hold-Funktion und Bremsassistent. Das ESP® der neuesten Generation unterstützt dank serienmäßigem Seitenwind-Assistent den Fahrer auch bei plötzlichen Böen von rechts oder links.
Die Vorderachse: McPherson-Federbein mit drei Lastpfaden
An der Vorderachse konstruierten die Ingenieure eine neue McPherson-Aufhängung. Die Radführung übernimmt je ein Querlenker unterhalb der Radmitte, das McPherson-Federbein und eine Spurstange. Komfort- und Führungslager der Querlenker sorgen ebenso für ein Plus an Fahrkomfort wie der deutlich vergrößerte Gesamtfederweg (160 mm/plus 30 mm). Besonders beim Einfedern rollt der neue smart deutlich geschmeidiger als bisher über Unebenheiten.
Nach dem Vorbild von Mittelklassefahrzeugen ist das Stützlager des McPherson-Federbeins jetzt dreipfadig ausgeführt: Die Krafteinleitungen von Dämpfer, Feder und Zusatzfeder sind voneinander entkoppelt. Der Dämpfer stützt sich am inneren Elastomerlager ab, das optimal auf das Ansprechverhalten des Dämpfers abgestimmt ist. Die Zusatzfeder mit komfortorientiertem Einsatz und progressiver Kennung stützt sich über das Lagergehäuse an der Karosserie ab, während die Kraft der Schraubenfeder über das Kugellager auf die Karosserie übertragen wird. Die Geräuschentkopplung wird durch eine untere Lagerung der Feder in Elastomer erreicht. Neu ist auch ein Vorderachs-Integralträger, der als dritte Crashebene ausgelegt wurde.
Weitere Kennzeichen des Federbeins sind die gewichtsoptimale Ausführung mit hohler Kolbenstange und einem einschaligen Kopflageraufbau (Gegenkontur durch Rohbau). Der Rohrstabilisator ist über ein kinematisch optimiertes Drehstabgestänge mit den Federbeinen verbunden. An der Karosserie ist der Rohrdrehstab mit vulkanisierten Gummilagern befestigt, die keine Lagerreibung aufweisen und so das Ansprechverhalten der Federung verbessern und zuverlässig Störgeräusche vermeiden.
Ebenfalls der Steigerung des Komforts dient die Reduzierung der Reibung in der Dichtungsführungseinheit des Dämpfers. Dafür wurden die Schraubenfedern geometrisch als so genannte Sideload-Federn ausgeführt, die die Wirkung der Radaufstandskraft auf die Querkraft in der Dichtungsführungseinheit kompensieren. Daraus resultiert ein optimiertes Ansprechverhalten der Dämpfer.
Sanfter rollen auch die Reifen dank ihrer größeren Flankenhöhe (plus 14 mm) ab. Standardformat an der Vorderachse ist jetzt 165/65 R15 (bisher: 155/60 R15).
Die Hinterachse: Aufwändige Konstruktion nach dem De-Dion-Prinzip
Die neuen smart Modelle verfügen wiederum über eine aufwändige De-Dion-Hinterachse, die aber für deutlich mehr Komfort überarbeitet wurde. Vorteil dieses Konstruktionsprinzips ist das für die Fahrstabilität notwendige hohe Momentanzentrum (Rollzentrum) bei gleichzeitig vorhandenem Bauraum für den Antriebsstrang (siehe „Unter der Lupe“). Das Zentrallager, mit dem Motor und Differenzial an die Karosserie angebunden sind, wurde neu entwickelt.
Neu sind die Zweirohr-Stoßdämpfer und separat angeordnete, tonnenförmige Schraubenfedern. Eine wirksame Geräuschentkopplung der Schraubenfeder zwischen Karosserie und Hinterachse wird hier über zwei Elastomerbeilagen realisiert. Die Verbindung des Stoßdämpfers mit der Karosserie wird über ein Stiftlager dargestellt, das durch seine kardanisch weiche Lagerung zur Reibungsminimierung im Dämpfer und damit zur Verbesserung des Ansprechverhaltens beiträgt.
Die Lage und die Übersetzung der Dämpfer bieten für die Fahrwerksabstimmung einen günstigen Kompromiss zwischen Wank- und Nickdämpfung. Zusätzlich wurde durch die gewählte Schrägstellung der Dämpfer eine Längsdämpfung der Achse erreicht. Wie an der Vorderachse ist die Dämpferkennlinie degressiv ausgelegt.
Auch hinten tragen die Reifen zum Fahrkomfort bei. Die neue Bereifung im Format 185/60 R15 (bisher: 175/55 R15) dämpft über die größere Flankenhöhe (plus 5 mm) Fahrbahnstöße besser ab. Serienmäßig verfügen alle Reifendimensionen des smart über eine automatische Reifenluftdruckkontrolle
Auf Wunsch: Sportfahrwerk
Wer das Fahrverhalten seines smart sportlicher mag, wählt die Option Sportpaketfahrwerk. Die Federn sind straffer abgestimmt und das Fahrzeug ist zehn Millimeter tiefer gelegt. Das Sportfahrwerk ist immer mit den sonst optionalen 16-Zoll-Rädern kombiniert, sie tragen vorn die Reifengröße 185/50 R16, hinten 205/45 R16. Bei der Ausstattungslinie „proxy“ ist das Sportfahrwerk serienmäßig enthalten.
Die Lenkung: Kleinster Wendekreis aller Pkw
Sämtliche smart Modelle besitzen serienmäßig die Direktlenkung mit variabler Übersetzung und elektrischer Servounterstützung, die erheblich mehr Fahrspaß und noch bessere Handlichkeit bietet. Dank des elektrischen Servos kann die Lenkung bei mittlerem Lenkeinschlag kürzer übersetzt werden, Lenkbefehle des Fahrers werden also noch spontaner umgesetzt. Weitere Vorteile der elektrischen Lenkkraftunterstützung sind der aktive Rücklauf zur Verbesserung der Lenkzentrierung, eine Dämpfungsregelung, um ein Überschwingen des Lenkrads zu vermeiden, und die gegenüber einem hydraulischen Servo höhere Effizienz, weil die Lenkunterstützung nur dann Energie benötigt, wenn tatsächlich gelenkt wird.
Weil beim Heckantriebskonzept des smart kein Motor zwischen den Vorderrädern im Weg ist, konnte der Lenkeinschlag bei beiden smart Modellen mit 51 Grad außergewöhnlich groß dimensioniert werden. In Verbindung mit den extrem kompakten Außenabmessungen des smart fortwo verfügt dieser daher über einen konkurrenzlos kleinen Wendekreis von 6,95 Metern „curb-to-curb“ – noch einmal über einen Meter weniger als beim bisherigen fortwo. Auch der forfour ist extrem wendig und liegt mit einem Wendekreis von 8,65 Metern „curb to curb“ nur knapp über dem bisherigen fortwo.
Schon in Grundausstattung verfügen die neuen smart Modelle über ein Dreispeichen-Lenkrad, das je nach Ausstattung mit Kunststoff, Leder oder perforiertem Leder (Sportlenkrad) ummantelt ist. Serienmäßig wird der Tempomat über Tasten am Lenkrad bedient, optional stehen Tasten für die Bedienung der Headunit und des Telefons sowie Schaltpaddel für das Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung. Auf Wunsch ist die Lenksäule jetzt um +/-30 mm in der Höhe verstellbar.
Die Bremsen: Angepasst an Konzept und Motorisierung
Der neue smart ist mit einer hydraulischen Zweikreis-Bremsanlage in X‑Anordnung ausgestattet. Dabei wird jeweils eines der diagonal gegenüber liegenden Räder der Vorder- und Hinterachse von einem Kreis versorgt. Der Haupt-Bremszylinder ist in Aluminiumbauweise ausgeführt und klassisch an der Stirnwand angeordnet.
Die Faustsattel-Scheibenbremsen an der Vorderachse sind bei den leichteren Fahrzeugvarianten massiv (Dimension 259 x 12 mm), bei den schwereren Fahrzeugvarianten innenbelüftet (Dimension 258 x 22mm). An der Hinterachse sind Trommelbremsen mit einer fahrzeugbezogenen Dimensionierung montiert. Während der smart fortwo Trommelbremsen in der Dimension 8 Zoll verwendet, kommen beim smart forfour größer dimensionierte Bremstrommeln mit 9 Zoll Durchmesser zum Einsatz. Wie bisher wird aus Komfort- und Platzgründen eine Hebelhandbremse verwendet. Die Hebelhandbremse wirkt dabei auf die Trommelbremsen der Hinterachse.
Der neue smart fortwo 2014: Die Sicherheitskarosserie des smart fortwo
14C749_01
Der neue smart fortwo 2014: smart fortwo Sicherheitskarosserie mit hervorgehobener Tridionzelle.
14C749_02
Der neue smart fortwo 2014: smart fortwo Tridionzelle
14C749_03
Der neue smart fortwo 2014: smart fortwo Rohbau
14C749_05
Der neue smart fortwo 2014: smart fortwo Fahrwerk
14C749_04
Der neue smart forfour 2014: Grafik Sicherheitskarosserie
14C749_06
Der neue smart forfour 2014: Tridionzelle smart forfour
14C749_08
Der neue smart forfour 2014: Fahrwerk
14C749_09
Der neue smart forfour 2014 mit hervorgehobener Tridionzelle
14C749_07
Der neue smart forfour 2014: Rohbau
14C749_10
Lade...