Gala der Silberpfeile im Louwman Museum

Gala der Silberpfeile im Louwman Museum

14.09.2012
Stuttgart/Den Haag
  • Kooperation mit Mercedes-Benz Classic
  • Sonderausstellung zur Mercedes-Benz Silberpfeil-Geschichte
  • Faszinierende Originalfahrzeuge der Epoche 1934 bis 1939
Die Mercedes-Benz Silberpfeile sind weltbekannte Ikonen des Motorsports. Das Louwman Museum in Den Haag zeigt vom 11. Oktober 2012 bis zum 6. Januar 2013 eine beeindruckende Sonderausstellung zu ihrer Geschichte in der Zeit von 1934 bis 1939. Faszinierende Originalfahrzeuge aus der Sammlung von Mercedes-Benz Classic fungieren als Hauptdarsteller dieser hochkarätig besetzten Schau.
Für diese Ausstellung kooperiert der älteste Automobilhersteller der Welt in bisher einmaligem Umfang mit dem 2010 an seinem heutigen Standort eröffneten Louwman Museum. Das namhafte Museum ist nicht nur Heimat der ältesten öffentlich zugänglichen privaten Automobilsammlung der Welt, sondern hat zugleich auch den Rang des nationalen Motormuseums der Niederlande.
Die Ausstellung „Silver Arrows 1934-1939“ in der großen Halle des Louwman Museums präsentiert insgesamt sechs Exponate: Neben den Mercedes-Benz Rennwagen W 25, W 125, W 165 und W 154 ist auch der W25-Rekordwagen mit Zwölfzylindermotor von 1936 zu sehen. Auf dessen Chassis montiert ist die Nachfertigung der Vollstromlinien-Karosserie für dieses außergewöhnliche Fahrzeug, daneben wird die originale Karosserie als separate Installation gezeigt.
Zahlreiche weitere Exponate und Fotografien aus dem Bestand der Mercedes-Benz Classic Archive schlagen außerdem eine Brücke zwischen den Biografien der Silberpfeile und denen ihrer Fahrer. Die Ausstellungsstücke geben Einblicke in das Leben legendärer Piloten wie Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch und Hermann Lang – auf der Rennstrecke und darüber hinaus. Und natürlich bildet der charismatische Rennleiter Alfred Neubauer, der virtuose Dirigent der Silberpfeil-Siege, ein zentrales Thema der Schau.
Die Fahrzeuge der Ausstellung „ Silver Arrows 1934-1939“
  • Vier Formelrennwagen und ein Rekordfahrzeug sind die Zentralexponate der Ausstellung im Louwman Museum
Mercedes-Benz Grand-Prix-Rennwagen W 25 (1934 bis 1936)
1932 beginnt die Entwicklung des Mercedes-Benz W 25, der ab 1934 in der neuen 750-Kilogramm-Formel startet. Diese Formel schreibt ein Höchstgewicht von 750 Kilogramm für das Fahrzeug (ohne Betriebsstoffe und Reifen) vor – so wollen die Organisatoren die Leistung der Rennwagen und damit die möglichen Höchstgeschwindigkeiten einschränken. Mercedes-Benz entwickelt für die neue Renn-Formel einen Monoposto mit mechanisch aufgeladenem 3,4-Liter-Reihenachtzylindermotor klassisch ausgelegter Fahrzeugarchitektur: Der Motor sitzt an der Front und gibt seine Leistung über ein an der Hinterachse sitzendes Getriebe an die Hinterräder ab. Der W 25 wird von 1934 bis 1936 eingesetzt und in dieser Zeit ständig weiterentwickelt. So steigt die Leistung des Rennwagens von zunächst 354 PS (260 kW) auf schließlich 494 PS (363 kW) mit dem Motor M 25 E aus dem Jahr 1936 – auch der Hubraum wächst bis auf 4.740 Kubikzentimeter, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 300 km/h.
Mercedes-Benz Grand Prix-Rennwagen W 125 (1937)
Ausschließlich für das Jahr 1937, die letzte Saison der 750-Kilogramm-Rennformel, entwickelt Mercedes-Benz den W 125. Dieser Rennwagen wird von einer Weiterentwicklung des Motors aus dem W 25 angetrieben. Aus 5.663 Kubikzentimeter Hubraum erzielt der mechanisch aufgeladene Reihenachtzylinder-Motor M 125 F dank der Umstellung auf Saugvergaser und „nasse Aufladung“ – ein Verfahren, bei dem der Kompressor nach den Vergasern angeordnet ist und das bereits fertige Kraftstoff-Luft-Gemisch verdichtet – eine Leistung von 592 PS (435 kW). Das maximale Tempo liegt bei rund 320 km/h. Der Rennwagen basiert auf einem stählernen Rahmen mit vier Querträgern, die Räder werden vorne an doppelten Querlenkern mit Schraubenfedern geführt, hinten arbeitet eine De-Dion-Doppelgelenkachse. Der für die Entwicklung des W 125 verantwortliche Ingenieur Rudolf Uhlenhaut wählt nach ausgiebigen Versuchsfahrten auf dem Nürburgring eine revolutionäre Fahrwerkauslegung mit weicher Federung und kräftiger Dämpfung. Unverwechselbar ist der W 125 durch die drei Kühlöffnungen in der Frontpartie.
Mercedes-Benz Grand-Prix-Rennwagen W 154 (1938 bis 1939)
1938 tritt eine neue Formel für Grand-Prix-Rennen in Kraft, die nicht mehr das Maximalgewicht des Wagens, sondern den Hubraum als entscheidenden technischen Faktor vorschreibt: Saugmotoren dürfen maximal 4,5 Liter Hubraum haben, bei Kompressormotoren sind es maximal 3 Liter. Außerdem werden neue Gewichtsgrenzen zwischen 400 und 850 Kilogramm vorgegeben. Mercedes-Benz entwickelt für diese Formel den neuen Rennwagen W 154 mit mechanisch aufgeladenem V12-Motor. Die Auslegung von Fahrgestell und Aufhängung orientiert sich am Konzept des Vorjahreswagens, dem W 125. Der 1938 eingesetzte Motor M 154/8 hat 2.963 Kubikzentimeter Hubraum, verdichtet die Ansaugluft mit zwei Einstufenkompressoren und leistet bei 7.800/min 468 PS (344 kW). 1939, im zweiten Rennjahr des W 154, kommt ein überarbeiteter Motor zum Einsatz, der M 163 mit Zweistufenkompressor und einer Leistung von 483 PS (355 kW) bei 7.800/min. Die Höchstgeschwindigkeit des W 154 liegt bei rund 300 km/h.
Mercedes-Benz Grand-Prix-Rennwagen W 165 (1939)
Den Rennwagen W 165 mit 1,5-Liter V8-Motor entwickelt Mercedes-Benz für ein einziges Rennen, den Großen Preis von Tripolis im Jahr 1939. Grund dafür ist die Entscheidung der Veranstalter, das Rennen in der italienischen Kolonie nur für Fahrzeuge der sogenannten Voiturette-Formel mit 1,5-Liter-Motor auszuschreiben. Damit soll die deutsche Konkurrenz ausgebootet werden, denn Mercedes-Benz (Tripolis-Sieger in den Jahren 1937 und 1938) besitzt keinen Rennwagen für diese Klasse. Doch die Stuttgarter Rennabteilung baut in nur acht Monaten einen neuen Monoposto für die 1,5-Liter-Formel. Dieser W 165 orientiert sich in vielen konstruktiven Details am aktuellen Grand-Prix-Fahrzeug W 154. Der mechanisch aufgeladene V8-Motor mit 1.493 Kubikzentimeter Hubraum leistet 254 PS (187 kW) bei 8.000/min, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 272 km/h.
Mercedes-Benz 12-Zylinder-Rekordwagen W 25 (1936)
Spezielle Rekordfahrzeuge, die von den jeweiligen Grand-Prix-Rennwagen abgeleitet werden, spielen in den 1930er-Jahren eine wichtige Rolle für Mercedes-Benz. 1936 setzt die Stuttgarter Rennabteilung erstmals ein Fahrzeug mit voll verkleideter Karosserie – einschließlich der Räder und des Bodens – ein, den Rekordwagen W 25 mit V12-Motor. Die Form der Stromlinienkarosserie ist im Windkanal optimiert worden, somit ist der W 25 Rekordwagen von 1936 einer der wichtigen Wegbereiter moderner Aerodynamik im Automobilbau. Angetrieben wird der Rekordwagen von dem V12-Motor MD 25 DAB/1, der aus 5.577 Kubikzentimeter Hubraum 616 PS (435 kW) leistet. Rudolf Caracciola stellt mit dem Wagen am 11. November 1936 Rekorde über 5 Meilen (336,838 km/h), 10 Kilometer (331,889 km/h) und 10 Meilen (333,489 km/h) auf. Die schnellste gemessene Geschwindigkeit des Rekordwagens liegt jedoch bei 372 km/h.
Louwman Museum
  • Heimat der weltweit ältesten privaten Automobilsammlung
  • Nationales Motormuseum der Niederlande
1934 erwarb der niederländische Automobilkaufmann Pieter Louwman einen Dodge aus dem Jahr 1914 – das war die Keimzelle seiner außergewöhnlichen Sammlung historischer Automobile und damit Grundstein des heutigen Museums mit einer Sammlung von mehr als 230 historischen Fahrzeugen und der weltgrößten Kollektion von automobiler Kunst. Die Liebe zu klassischen Automobilen entwickelte sich für die Louwmans zur Familiensache. Heute führt Evert Louwman, der Sohn des Gründers, das Museum.
Die ständige Ausstellung ist in die Bereiche „Frühzeit der Motorisierung“ („The Dawn of Motoring“), „Autofahren“ („Motoring“), „Rennsport“ („Racing“) und „Luxus“ („Luxury“) gegliedert. Zu den Beständen gehört unter anderem die weltgrößte Sammlung von Fahrzeugen der Marke Spyker; und der 1887 gebaute De Dion Bouton et Trépardoux des Museums gilt als das zweitälteste Auto der Welt.
Seit 2010 residiert das Louwman Museum in einem von den amerikanischen Architekten Michael Graves und Gary Lapera entworfenen dreistöckigen Gebäude in Den Haag. Hier ist auf mehr als 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche die Sammlung zu sehen, die zuvor in Leidschendam und Raamsdonksveer unter den Namen „Nationaal Automobiel Museum“ und „Louwman Collection“ gezeigt wurde.
Mercedes-Benz Classic
  • Den Mythos Mercedes-Benz erlebbar machen
  • Museum, Classic Center, Archive und Clubmanagement
  • Aktivitäten international ausgerichtet
Seit mehr als 125 Jahren weist der Stern mit einzigartigen Innovationen und zeitloser Eleganz den Weg in die Zukunft des Automobils. Mercedes-Benz Classic macht die Tradition und den Mythos Mercedes-Benz für jeden erlebbar – über das Mercedes-Benz Museum, aber auch über weitere Sparten und Orte.
Mercedes-Benz Classic Center
Die Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach und Irvine (USA) sind die erste Adresse in Sachen Service und Know-how für klassische Fahrzeuge mit dem Stern. Die Experten restaurieren, prüfen und warten Klassiker mit der Erfahrung und dem Wissen aus 125 Jahren Automobilbau. Auf Lager sind 50.000 Original-Teile, auf Wunsch werden sogar Einzelanfertigungen hergestellt.
Und wer sich für den Kauf eines Klassikers interessiert, findet im Mercedes-Benz Classic Center ein besonderes Angebot: Im Showroom werden ständig exklusive Mercedes-Benz Fahrzeuge, die zuvor in der Werkstatt eingehend geprüft wurden, präsentiert und zum Kauf angeboten. Hierzu gehören Fahrzeuge wie der legendäre Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer oder seltene Kompressorfahrzeuge der Vorkriegsära.
Markenclubs
Die von Mercedes-Benz anerkannten Clubs bilden ein wichtiges Verbindungsglied zwischen dem Hersteller und den Besitzern klassischer Automobile mit dem Stern. Die Mitglieder der weltweiten Community der offiziellen Mercedes-Benz Markenclubs profitieren unter anderem von der Betreuung auf Events, Rallyes und Messen sowie von exklusiven Angeboten der Daimler AG.
Die Aktivitäten der offiziellen Markenclubs laufen für Mercedes-Benz Classic unter dem Prädikat „Besonders wertvoll“. Sie stehen für die liebevolle Pflege der Fahrzeuge und damit auch für die Pflege unserer Tradition.
Archive und Sammlung
Gleichsam als Gedächtnis des Unternehmens bewahren die Archive und die Sammlung zahlreiche Dokumente und Fahrzeuge der Unternehmens- und Produktgeschichte aus mehr als 125 Jahren: Ein in der Automobilindustrie einzigartiges Expertenwissen zu Fragen aller Art. Auch zur Klärung der Originalität von Fahrzeugen wird als besondere Dienstleistung eine fundierte Expertise angeboten. Genutzt werden die Archive vor allem von der Daimler AG selbst, die sich die vielfältigen Informationen für die eigene Traditionspflege zunutze macht. Daneben stehen ausgewählte Archivalien der Öffentlichkeit zur Verfügung – hier sind in erster Linie Journalisten, Wissenschaftler, Historiker und Autoren zu nennen.
Wo faszinierende Automobilgeschichte heute noch bewegt
Wer von den Errungenschaften der vergangenen Jahrhunderte berichtet, wird immer wieder bei jenem technischen Gerät landen, das die Welt verändert hat: dem Automobil. Seine Geschichte bewegt uns seit mehr 125 Jahren. Rund um die Region Stuttgart kann man sich auf weitere Spuren historischer Stätten begeben – zum Beispiel das Gottlieb-Daimler-Geburtshaus, die Gottlieb-Daimler-Gedächtnisstätte, das Carl-Benz-Haus, das Automuseum Dr. Carl Benz, das Maybach-Museum oder das Unimog-Museum laden zu einem Besuch ein.
Das Mercedes-Benz Museum
  • Ein Ort der Innovation mit 160 Fahrzeugen und insgesamt mehr als 1.500 Exponaten
  • Der Markengeschichte in Vergangenheit und Zukunft verpflichtet
Als einziges Museum weltweit stellt das Mercedes-Benz Museum die mehr als 125-jährige Geschichte der Automobilindustrie vom ersten Tag an lückenlos dar. Auf neun Ebenen mit 16.500 Quadratmeter Fläche sind 160 Fahrzeuge und insgesamt mehr als 1.500 Exponate zu sehen. Das Museum versteht sich als Ort der Innovation und zeigt, dass Geschichte stets auch in Gegenwart und Zukunft abstrahlt.
Die Ausstellung präsentiert nicht nur die spannende Geschichte der Marke Mercedes-Benz, sondern eröffnet auch aufschlussreiche Blicke in die Zukunft. An dieser Aufgabe orientiert sich die Architektur des Mercedes-Benz Museums, die im UN-Studio van Berkel und Bos, Amsterdam, entstand. Das Museumsgebäude ist im Inneren einer DNA-Spirale mit ihrer Doppelhelix nachempfunden, die das menschliche Erbgut trägt. Damit ist es dem Originalitätsgedanken von Mercedes-Benz verpflichtet: immer wieder neu zu erfinden und daraus eine facettenreiche Marke zu gestalten.
Auf dem Weg durch die Ausstellung erleben die Besucher eine einzigartige Zeitreise durch die Automobilgeschichte. Ein Aufzug bringt sie auf die oberste Ebene des Museums. Angekommen im Jahr 1886 führen zwei gegenläufige Rundgänge – die sich immer wieder kreuzen – in weiten Kurven durch die umfangreiche Sammlung zum Ausgangspunkt zurück.
Entlang des ersten Rundgangs sind sieben Mythosräume angeordnet, in denen die Geschichte der Marke – jeweils einer Zeitepoche gewidmet – in chronologischer Reihenfolge erzählt wird. Der zweite Rundgang ordnet die Fülle der Fahrzeuge in fünf thematisch gestaltete eigenständige Collection-Räume, in denen zeitübergreifend die Vielfalt des Markenportfolios und der Sammlung präsentiert wird. Jederzeit kann der Besucher zwischen den beiden Rundgängen wechseln. Sie enden jeweils in der Steilkurve „ Silberpfeile – Rennen und Rekorde“. Ergänzt wird die Ausstellung von der Faszination Technik, die einen Blick in den Arbeitsalltag bei Mercedes-Benz ermöglicht und gleichzeitig Themen aus der Zukunft des Automobils präsentiert.


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