Der Weg zum Welterfolg: Die Chronologie der Mercedes-Benz G-Klasse

12.02.2019
Stuttgart

1969 Zehn Jahre vor der Premiere des G-Modells nehmen die damalige Daimler-Benz AG und die österreichische Steyr-Daimler-Puch AG (SDP) Kontakt miteinander auf. Beide Unternehmen loten die Möglichkeit für Kooperationen auf mehreren Gebieten aus.

1971 Auf der Geländeteststrecke von Mercedes-Benz auf dem Sauberg bei Gaggenau wird der Unimog mit den Puch-Geländefahrzeugen Haflinger und Pinzgauer verglichen. Die österreichischen Allrad-Nutzfahrzeuge bewähren sich ausgezeichnet. In diesem Jahr konkretisieren sich Überlegungen, gemeinsam einen Geländewagen zu bauen, der exzellente Offroad-Fähigkeiten mit gutem Fahrverhalten auf der Straße verbindet.

1972 Beide Unternehmen fassen einen Grundsatzbeschluss zur Entwicklung und Produktion des G-Modells. Die technische Entwicklung wird Erich Ledwinka von Puch leiten. Das erste Holzmodell entsteht bis zum Folgejahr.

1974 Der erste fahrbereite Prototyp des G-Modells wird erprobt. Der Entwurf entspricht bereits in zahlreichen Details der späteren Serienversion.

1977 Daimler-Benz und SDP gründen die gemeinsame Geländefahrzeug Gesellschaft (GfG), welche die Produktion des G-Modells übernehmen wird. In Graz-Thondorf wird die neue Produktionsanlage mit einer Kapazität für bis zu 10.000 Fahrzeuge im Jahr errichtet. Die Grundsteinlegung dazu erfolgt am 11. März 1977 durch den österreichischen Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky. Anschließend nimmt der Bundeskanzler an einer Probefahrt in einem G-Modell teil.

1979 Das Mercedes-Benz G-Modell betritt die Weltbühne: Vom 4. bis 8. Februar 1979 findet die Presse-Fahrvorstellung statt. Präsentiert wird der in Graz gebaute Geländewagen der Stuttgarter Marke jedoch weder in Deutschland noch in Österreich, sondern in Frankreich: Die Vorstellung der Baureihe 460 erfolgt in Toulon. Hier findet sich nahe der Rennstrecke Circuit Paul Ricard ein angemessen schwieriger Offroad-Kurs, um die Geländegängigkeit zu demonstrieren. Die markante Silhouette prägt sich den Premierengästen genauso ein wie die herausragenden Geländeeigenschaften. Beide Werte begleiten den Geländewagen bis heute: Die 2018 präsentierte, neue G-Klasse ist auf den ersten Blick als moderner Zwillingsbruder der ersten G-Typen zu erkennen. 1979 gibt es zwar auch einige kritische Stimmen, welche die Linienführung des neuen Geländewagens als zu utilitaristisch bewerten. Aber die Geschichte gibt den Vätern des G auch in dieser Hinsicht Recht: Das geradlinige und zeitlose Design trägt maßgeblich mit zum Rang eines bis heute in Produktion befindlichen Automobilklassikers bei. Das Medienecho zur Vorstellung des neuen Fahrzeugs fällt überwältigend positiv aus. Im Pressespiegel von Mercedes-Benz aus dem April 1979 heißt es dazu: „Die G-Reihe [fand] ein ausnahmslos positives Echo, das ihr eine Spitzenstellung im internationalen Geländewagen-Angebot bescheinigt. Dazu folgende Aussagen: ‚Neue Maßstäbe auf dem expandierenden Markt der geländegängigen Fahrzeuge‘ (KFZ-Anzeiger), ‚... erstmalig ein Fahrzeugtyp auf dem Markt, der optimale Straßen- und Geländeeigenschaften aufweist‘ (Krafthand), ‚Alpenkönig‘ (Autotouring, Wien) und ‚Hut ab vor den Technikern!‘ (Kurier, Wien).“ Im Februar 1979 beginnt die Großserienfertigung des Geländewagens im Werk Graz-Thondorf durch die Geländefahrzeug Gesellschaft (GfG), an welcher die damalige Daimler-Benz AG und die Steyr-Daimler-Puch AG jeweils zur Hälfte beteiligt sind. In Österreich selbst, aber auch in der Schweiz, Jugoslawien, Kuba, der Mongolei und den osteuropäischen COMECON-Ländern (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) kommen die G-Modelle unter dem Markennamen Puch auf den Markt. Das hat seinen Grund in den höchst geländegängigen Fahrzeugen Haflinger und Pinzgauer, für welche Puch bekannt ist. Privatkunden können das G-Modell der Baureihe 460 mit 12-Volt-Bordnetz in zwei verschiedenen Radständen (2.400 und 2.850 Millimeter) ordern. Erhältlich sind die Typen 240 GD und 300 GD mit Dieselmotor sowie 230 G und 280 GE mit Ottomotor. Die Baureihe 461 umfasst zunächst ausschließlich die auf militärische Kunden ausgerichteten Varianten mit 24-Volt-Bordnetz. Beide Versionen entstehen zudem als Bausätze („completely knocked down“, ckd), die in Montagewerken weltweit aufgebaut werden. Diese ckd-Versionen erhalten die Baureihenbezeichnung 462 und werden unter anderem bei ELBO in Griechenland und im Mercedes-Benz Werk Aksaray in der Türkei montiert. Auf den Markt kommt das G-Modell zunächst als offener Zweitürer (kurz) sowie als geschlossener Zwei- oder Viertürer (kurz und lang). Schnell zeichnet sich eine besonders große Nachfrage nach dieser Ausführung als Station-Wagen ab. Kurz nach der Markteinführung folgt als weitere Karosserievariante der Kastenwagen mit geschlossenen hinteren Seitenwänden in beiden Radständen. In allen Baureihen ist der serienmäßige Allradantrieb zuschaltbar. Bei Aktivierung wird automatisch das Verteilergetriebe voll gesperrt (Längssperre). Separat können dann zusätzlich die Differenzialsperren an der Vorder- und Hinterachse aktiviert werden, und zwar unabhängig voneinander. In der Baureihe 460 sind diese beiden Sperren zunächst optional. Ab 1985 gehören sie zur Serienausstattung.

1980 Die Jahresproduktion des G wird bereits auf 7.500 Fahrzeuge gesteigert. Weltbekannt wird das G-Modell 1980 auch durch den Papstwagen auf Basis eines 230 G, den Mercedes-Benz für den Vatikan entwickelt und aufbaut. Er steht heute in der Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart. 2007 erhält der Vatikan einen offenen G 500, der im Wechsel mit anderen Fahrzeugen bei öffentlichen Auftritten des Papstes eingesetzt wird.

1981 Das Produktprogramm des G-Modells wird weiter ausgebaut. Neu sind unter anderem im April 1981 ein Viergang-Automatikgetriebe für die Typen 300 GD und 280 GE. Später im Jahr folgen eine nach vorn herunterklappbare Windschutzscheibe für die offenen Wagen und eine einflügelige Hecktür. Die bisherigen zweiflügeligen Hecktüren gibt es weiterhin als Sonderausstattung – ebenso wie Recaro-Einzelsitze für Fahrer und Beifahrer. Bereits im Juli 1981 ändert sich zudem die Organisation der Produktion: Das 1977 gegründete Gemeinschaftsunternehmen GfG wird komplett auf Steyr-Daimler-Puch übertragen. Das österreichische Unternehmen (heute Magna Steyr AG & Co. KG) fertigt den G seither im Lohnauftrag für Mercedes-Benz. Das Stuttgarter Unternehmen tritt künftig also offiziell als Hersteller des G-Modells auf.

1982 Der zunächst eher nüchterne G entwickelt sich langsam in Richtung komfortables Freizeitfahrzeug mit extremer Geländefähigkeit: Ab 15. Mai 1982 wird die Innenausstattung durch bessere Polster und das Vierspeichen-Lenkrad mit Pralltopf aus der S-Klasse (Baureihe 126) aufgewertet. Davor ist es ein Zweispeichen-Lenkrad aus dem Transporter TN. Zudem löst der neue, im April 1982 auf dem Turiner Autosalon vorgestellte, 230 GE mit Einspritzmotor den bisherigen 230 G ab.

1983 Über Sand und Felsen zum Rallye-Sieg: Am 20. Januar 1983 gewinnt ein Mercedes-Benz 280 GE mit der Mannschaft Jacky Ickx / Claude Brasseur die Gesamtwertung der legendären Rallye Paris–Dakar. Ein Jahr zuvor sind Ickx und Brasseur auf 280 GE bereits als Zweite ins Ziel gekommen. 1983 belegen dann hinter den Siegern acht weitere 280 GE die Plätze 5, 8, 12, 13, 15, 17 und 19. Zu dem weltweit beachteten Sieg im Motorsport passt eine weitere Erfolgsmeldung: Am 16. Februar 1983 wird bereits das 25.000ste G-Modell produziert. Zum August 1983 wird die Servolenkung im 230 GE serienmäßig angeboten, vier Jahre später erhält auch das neue Einsteigermodell 250 GD diese Lenkunterstützung in Serie.

1985 Erneut kommt 1985 eine Reihe von Erweiterungen des Produktprogramms zum Tragen. Dazu gehören die Einführung einer Version mit Klappverdeck (Januar 1985) sowie die serienmäßige vordere Abschleppkupplung, serienmäßige Differenzialsperren an beiden Achsen und eine elektrische Zentralverriegelung (Oktober 1985). Diese Maßnahmen stehen für eine Kultur der kontinuierlichen Weiterentwicklung, welche die Ingenieure von Mercedes-Benz und SDP seit der Premiere des G im Jahr 1979 pflegen. Damit legen sie schon in den ersten Jahren dieser einzigartigen Historie den Grundstein für den unverändert anhaltenden Erfolg des G-Modells. Ebenfalls 1985 übergibt SDP den ersten Puch G an das österreichische Heer.

1986 Der 230 GE ist ab 1986 auf Wunsch mit geregeltem Dreiwege-Katalysator erhältlich. Auch in Bergwerken kann der G ab Juli 1986 eingesetzt werden. Denn der 300 GD mit dem Motor OM 617 ist als Sonderausführung für Arbeiten unter Tage erhältlich. 1986 läuft bereits der 50.000ste G im Werk Graz-Thondorf vom Band. Somit wird die 1979 angesetzte Kapazität von jährlich höchstens 10.000 Fahrzeugen weitgehend ausgeschöpft.

1987 Der 250 GD mit dem aus den Pkw-Baureihen 124 und 201 bekannten Fünfzylindermotor OM 602 (62 kW / 84 PS) ersetzt ab August 1987 den bisher lieferbaren 240 GD. Im September 1987 wird die Serienausstattung durch die Bremsbelags-Verschleißanzeige der vorderen Scheibenbremsen, beheizte Scheibenwaschdüsen und geteilte hintere Stoßstangen erweitert. Die Liste der Sonderausstattungen wächst um eine automatische Antenne, elektrische Fensterheber für die vorderen Türen und eine Gepäckabdeckung. Als weitere Karosserievariante nimmt Mercedes-Benz das Fahrgestell mit Fahrerhaus und 2.850 Millimeter Radstand ins Lieferprogramm. Es ist eine unverzichtbare Variante für den Aufbau von Spezialkarosserien. 1987 beginnen auch die Planungen für ein komfortabler ausgestattetes G-Modell – daraus wird die Baureihe 463 entstehen, die Mercedes-Benz 1989 präsentiert.

1989 Der G feiert 1989 seinen zehnten Geburtstag. Zum Jubiläum – bisher sind rund 75.000 Fahrzeuge des G-Modells gebaut worden – erscheint das auf 300 Exemplare begrenzte Sondermodell 230 GE Classic. Im September 1989 hat die neue Baureihe 463 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main Premiere. Es ist die bisher umfassendste Veränderung in der erst zehnjährigen Seriengeschichte des G-Modells. Die Ingenieure setzen eine ganze Reihe technischer Neuerungen um. Unter anderem erhalten die G-Modelle der Baureihe 463 nun permanenten Allradantrieb. Die Differenzialsperren sind per Knopfdruck in einer festgelegten Reihenfolge zuschaltbar. Im ersten Schritt wird das Längsdifferenzial voll gesperrt. Anschließend kann bei Bedarf die Sperre an der Hinterachse aktiviert werden und zusätzlich je nach Anforderungen auch noch die an der Vorderachse. Dazu kommen als Sonderausstattung Systeme wie das Anti-Blockier-System (ABS).

1990 Das umfangreich überarbeitete G-Modell der Baureihe 463 wird im März 1990 in den Markt eingeführt. Neben den Typen 230 GE und 250 GD gehören dazu auch die Versionen 300 GE und 300 GD mit neuen, effizienten und leistungsfähigen Sechszylindermotoren aus dem Personenwagenbereich. Das Interieur ist nun an den Standard der oberen Mittelklasse von Mercedes-Benz angelehnt und kann mit Sonderausstattungen noch exklusiver gestaltet werden. So gehören beispielsweise Edelholz-Applikationen und die Armaturentafel aus der Baureihe 124 zur Serienausstattung, und auf Wunsch können unter anderem Polsterbezüge aus Leder gewählt werden.

1991 Der 350 GD Turbodiesel mit Sechszylindermotor (100 kW / 136 PS) hat im September 1991 auf der IAA Weltpremiere. Seine Markteinführung folgt 1992. Das neue Diesel-Topmodell der Baureihe 463 hat serienmäßig eine Viergang-Automatik.

1992 Nachdem 1990 die leistungsstärkeren und komfortableren Typen der Baureihe 463 auf den Markt kommen, wird die Baureihenfamilie des G-Modells neu aufgestellt. Die Basismodelle der ursprünglichen Baureihe 460 mit ihrem klaren Fokus auf professionelle Anwendungen als Nutzfahrzeug führt Mercedes-Benz künftig als Baureihe 461. Sie unterscheiden sich von den Typen der Baureihe 463 beispielsweise durch das Beibehalten des Zweiradantriebs mit dem während der Fahrt ohne Unterbrechung zuschaltbaren, gesperrten Vierradantrieb. Lieferbar sind die Typen 290 GD und 230 GE als Station-Wagen (kurz und lang), Kastenwagen und Pick-up (langer Radstand) sowie Fahrgestell. Der 250 GD der bisherigen Militär-Baureihe 461 ist weiterhin für diesen Kundenkreis erhältlich. Im Juni 1992 wird das 100.000ste G-Modell gebaut. Zudem beginnt in diesem Jahr die ckd-Montage in Griechenland. Ebenfalls 1992 erhalten die Fahrzeuge der Baureihe 463 neue Sonderausstattungen wie Wurzelholzelemente im Interieur, Tempomat und Reserveradabdeckungen aus Edelstahl.

1993 Das ist die G-Kraft: Im März 1993 hat auf dem Genfer Automobilsalon das Sondermodell 500 GE V8 Premiere. Es ist mit dem Fünfliter-V8-Motor M 117 (177 kW / 241 PS) ausgestattet und kostet fast doppelt so viel wie ein 300 GE. Dieses Fahrzeug wird in 446 Exemplaren gebaut und ist ein weiterer Meilenstein hin zu den leistungsstarken G-Klassen kommender Jahre. Zum September 1993 ändert sich auch die Bezeichnung des Geländewagens: Nach 14 Jahren Bauzeit wird die Typenbezeichnung der G-Modelle analog zu den anderen Personenwagen-Baureihen angepasst. Künftig steht das G vor der den Hubraum und Typ bezeichnenden Zahl, und die Fahrzeugfamilie heißt nun G-Klasse.

1994 Die Serienausstattung der Baureihe 463 wird im März 1994 weiter ausgebaut. Nun gehören Fahrerairbag, Wegfahrsperre und Schließanlage mit Infrarot-Fernbedienung, Dreikanal-ABS und die Schalteinheit für Differenzialsperren-Schaltung mit integrierter Einheit dazu. Als Sonderausstattung ist künftig eine elektronische Diebstahlwarnanlage (EDW) lieferbar. Im Mai 1994 ersetzt der ausschließlich mit Viergang-Automatik lieferbare G 320 mit 3,2-Liter-Sechszylinder-Vierventil-Motor M 104 (155 kW / 210 PS) den bisherigen G 300.

1996 Der G 300 Turbodiesel der Baureihe 463 (130 kW / 177 PS) kommt im Juli 1996 auf den Markt und ersetzt den 350 GD. Er wird von einem Dreiliter-Vorkammermotor mit vier Ventilen, zwei oben liegenden Nockenwellen sowie Ladeluftkühlung angetrieben und ist ausschließlich mit dem neuen Fünfgang-Automatikgetriebe zu haben.

1997 Im April 1997 debütiert das Cabriolet der G-Klasse in einer neuen Variante mit elektrohydraulischem Verdeck auf der Offroad-Ausstellung in München. Der ab Juni lieferbare offene Wagen erfüllt die Wünsche von Lifestyle-orientierten Kunden optimal. Im November 1997 erhält der G 320 den V6-Motor M 112 mit 158 kW (215 PS) Leistung. Auch er ist nun ausschließlich mit dem neuen Fünfgang-Automatikgetriebe lieferbar. Im Dezember 1997 schließlich löst der 290 GD Turbodiesel der Baureihe 461 mit 2,9-Liter-Fünfzylindermotor OM 602 LA (88 kW / 120 PS) den 290 GD ab.

1998 Der G 500 der Baureihe 463 (218 kW / 296 PS) mit seinem Fünfliter-V8-Motor M 113 wird im Mai 1998 zum neuen Top-Modell der G-Klasse. Damit halten Motoren des obersten Leistungsspektrums endgültig und auf Dauer Einzug in die G-Klasse. Im selben Jahr erwirbt der kanadische Konzern Magna International Inc. die Steyr-Daimler-Puch AG. Daraus wird drei Jahre später die heutige Magna Steyr AG & Co. KG entstehen. An der guten Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber Mercedes-Benz und dem österreichischen Spezialisten für die Entwicklung und Produktion von Fahrzeugen ändert sich nichts.

1999 Es ist ein Gipfeltreffen mit Folgen: Im Juli 1999 hat zum 20-jährigen Bestehen der G-Klasse der G 55 AMG der Baureihe 463 Premiere. Erstmals stellt also nun die Performance-Marke AMG das neue Top-Modell des Geländewagens. Der G 55 AMG wird von einem 5,5-Liter-V8-Motor mit 260 kW (354 PS) Leistung angetrieben. Dieses Fahrzeug steht damit am Anfang der ausgesprochen erfolgreichen Tradition der exklusiven und hubraum- wie leistungsstarken Varianten der G-Klasse von Mercedes-AMG.

2000 Die G-Klasse der Baureihe 463 wird zum Dezember 2000 mit einer großen Modellpflege weiter aufgewertet und für die Zukunft gestärkt. Unter anderem gibt es ein neu gestaltetes Multifunktionslenkrad, eine Armaturentafel mit halbkreisförmigem Tachometer und in der Mitte eingebautem Zentraldisplay, überarbeitete Vordersitze sowie als Sonderausstattungen das Anzeige- und Bediensystem COMAND (Serienausstattung in den V8-Typen G 500 und G 400 CDI) und das automatische Notrufsystem TELE AID, auf Wunsch mit der Sprachbedienung Linguatronic. Das Exterieur des Facelifts ist an weißen Blinkergläsern, Bicolor-Rückleuchten und Zierstreifen in den Seitenschutzleisten zu erkennen. Mit der großen Modellpflege endet auch die Aufteilung des Vertriebs der G-Klasse zwischen den Marken Mercedes-Benz und Puch. Künftig trägt der Geländewagen also auch in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein sowie verschiedenen Ländern Osteuropas und Afrikas den Mercedes-Stern auf dem Kühlergrill.

2001 Der bereits im Jahr 2000 angekündigte G 400 CDI ist ab Januar 2001 lieferbar. Mit dem aus der S-Klasse bekannten Vierliter-V8-Motor OM 626 DE LA (184 kW / 250 PS sowie 560 Newtonmeter zwischen 1.700 und 2.600 U/min) ist er die G-Klasse mit dem bis dahin größten Drehmoment. Prompt verleiht ihm die Fachzeitschrift „Off Road“ das Prädikat „Krone des Allradfahrzeugbaus“. Ab Herbst 2001 wird der Allradantrieb der G-Klasse serienmäßig durch das elektronisch gesteuerte Traktionssystem 4ETS weiter perfektioniert. Das Fahrdynamiksystem verbessert die Bodenhaftung beim Anfahren und Beschleunigen auf rutschigem Untergrund wie Nässe oder Glatteis. Das System nutzt die Radsensoren des serienmäßigen Anti-Blockier-Systems (ABS). Zusammen mit dem Elektronischen Stabilitäts-Programm ESP® und dem Bremsassistenten BAS bietet die Baureihe 463 vom Herbst 2001 an eine weltweit einzigartige Kombination leistungsfähigster Fahrdynamik- und Allradsysteme. Der 270 CDI mit 2,7-Liter-Fünfzylindermotor (115 kW / 156 PS) rundet 2001 das Programm der G-Klasse nach unten ab. Im selben Jahr wird die Baureihe 463 erstmals in den Markt der Vereinigten Staaten von Amerika eingeführt. Das erweist sich als kluge Entscheidung: Schon im Jahr 2008 wird der US-Markt mit einem Anteil von rund 20 Prozent aller verkauften G-Klasse Fahrzeuge der zweitwichtigste Markt hinter Deutschland sein.

2002 Der 1999 zum Jubiläum der G-Klasse vorgestellte G 55 AMG wird als Station-Wagen mit langem Radstand im offiziellen Mercedes-Benz Verkaufsprogramm geführt.

2004 Der G 55 AMG Kompressor löst 2004 den bisherigen G 55 AMG ab und überrascht die Fangemeinde mit seinem 5,4-Liter-V8-Kompressormotor M 113 E 55 ML (350 kW / 476 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment). 2007 steigt die Leistung dieses beeindruckenden Top-Modells der G-Klasse noch einmal auf nun 364 kW (500 PS).

2005 In diesem Jahr fällt – nach immerhin schon 26 Produktionsjahren und mehr als 185.000 gebauten Fahrzeugen – die Entscheidung, die G-Klasse auch künftig im Produktprogramm zu behalten. Der quicklebendige Klassiker soll weiterhin durch intensive, kontinuierliche Entwicklung für die Zukunft gestärkt werden. Dabei wenden sich die Ingenieure unter anderem Fragen vom Fußgängerschutz bis zu den Abgasverordnungen zu.

2006 In der G-Klasse kommen serienmäßig Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht zum Einsatz. Der G 320 CDI ersetzt die bisherigen Dieselmodelle G 270 CDI sowie G 400 CDI.

2008 Der G 500 erhält den modernen 5,5-Liter-Vierventilmotor M 273 mit 285 kW (388 PS) und 530 Newtonmeter Drehmoment, der den Dreiventilmotor M 113 mit 218 kW (296 PS) und 456 Newtonmeter Drehmoment ersetzt und eine Kühlermaske mit drei Lamellen hat. Ebenfalls 2008 hat eine neue Telematikgeneration Premiere in der G-Klasse.

2009 Zum 30. Geburtstag der G-Klasse erscheinen im Jahr 2009 die Sondermodelle EDITION30 auf Basis des G 500 der Baureihe 463 und EDITION30.PUR auf Basis des G 280 CDI der Baureihe 461. Die EDITION30 in platinschwarzer designo-Lackierung mit speziell gestalteten Leichtmetallrädern macht deutlich, welche Möglichkeiten die G-Klasse hinsichtlich Komfort und Prestige bietet. Die EDITION30.PUR hingegen ist eine Hommage an die 1979 vorgestellte, erste Generation des G-Modells. Speziell für härteste Beanspruchungen abseits befestigter Wege optimiert, ist das Fahrzeug der künftige Traumwagen von Weltenbummlern, Expeditionsleitern und Kunden, die auf der Suche nach einer automobilen Rarität mit unbedingter Zuverlässigkeit und absolutem Durchsetzungsvermögen sind.

2012 Gleich zwei neue Hochleistungsmodelle von AMG fahren im April 2012 an die Spitze des Modellprogramms der G-Klasse: Der G 63 AMG mit 5,5-Liter-V8-Biturbo-Motor M 157 (400 kW / 544 PS) löst den G 55 AMG Kompressor ab. Neues Topmodell ist der G 65 AMG. Sein Sechsliter-V12-Motor M 275 (450 kW / 612 PS), seit 2003 in den Coupés und seit 2004 in den Limousinen der S-Klasse sowie im SL im Einsatz, erreicht ein Drehmoment von 1.000 Newtonmetern.

2013 Der G 63 AMG 6x6 hat im März 2013 als seriennahes Pickup-Showcar Premiere. Er ist mit fünf Differenzialsperren, Geländeuntersetzung, Portalachsen und Reifendruckregelanlage ausgerüstet. Basis ist eine 6x6-Version der G-Klasse, die Mercedes-Benz für das australische Militär entwickelt und ab 2009 ausgeliefert hat. Gebaut wird das Fahrzeug ab 2014 in Kleinserie mit dem 400 kW (544 PS) starken 5,5-Liter-Biturbo-V8 M 157. Im selben Jahr werden die Produktionskapazitäten für die G-Klasse im Magna Steyr-Werk in Graz umfassend modernisiert und erweitert. So stellen Mercedes-Benz und Magna Steyr die Weichen für die G-Klasse in Richtung Zukunft.

2014 35 Jahre nach der Premiere als G-Modell ist die G-Klasse so frisch wie am ersten Tag. In diesem Jahr läuft der 230.000ste Geländewagen der Baureihenfamilie in Graz vom Band.

2015 Eine außergewöhnliche Interpretation des G stellt Mercedes-Benz im Sommer 2015 vor. Der G 500 4x4² hat die Portalachsen des G 63 AMG 6x6 übernommen, was ihm allein schon gegenüber der serienmäßigen G-Klasse rund 90 Millimeter mehr Bodenfreiheit gibt. Dazu kommen 22-Zoll-Felgen mit Reifen der Größe 325/55 R 22 und verstellbaren Stoßdämpfern. So erhöht sich die Bodenfreiheit insgesamt sogar auf 450 Millimeter und die Wattiefe auf rund einen Meter. Der G 500 4x4² wird vom Vierliter-V8-Motor M 176 mit 310 kW (422 PS) Leistung angetrieben.

2016 Die G-Klasse ist so gefragt wie nie zuvor: Im Jahr 2016 werden in Graz rund 20.000 Fahrzeuge der Baureihe 463 produziert – das ist die bisher höchste Zahl in einem Jahr überhaupt und doppelt so viel wie 1979 als maximale Jahreskapazität angenommen. 2016 wird zudem der G 500 mit dem neuen Vierliter-V8-Motor M 176 (310 kW / 422 PS und 610 Newtonmeter Drehmoment) ausgestattet.

2017 Das bisher ultimative G-Erlebnis hinsichtlich Stil und Exklusivität gepaart mit Leistung und Geländefähigkeit stellt Mercedes-Benz im Februar 2017 vor: Das Mercedes-Maybach G 650 Landaulet entsteht in einer auf 99 Stück limitierten Kleinserie. Das Fahrzeug mit seinem um 578 Millimeter verlängerten Radstand und den Portalachsen aus dem G 500 4x4² bietet fürstlichen Raumkomfort im von einem Klappverdeck überspannten Fond mit seinen Liegesitzen. Zugleich bringt das Landaulet alle Voraussetzungen mit, um jeden Weg zu meistern. Als Antriebsquelle dient der Sechsliter-V12-Motor M 275 mit 450 kW (612 PS) Leistung sowie 1.000 Newtonmeter Drehmoment. Es ist der stärkste Motor aus dem Pkw-Programm von Mercedes-Benz. Im Sommer 2017 läuft die 300.000ste G-Klasse in Graz vom Band. Wie modern der Geländeklassiker ist, macht die Gestaltung des G 500 deutlich: Fans der Baureihe 463 entscheiden gemeinsam in sozialen Netzwerken über die Lackierung in designo mauritius-blau und das Interieur mit schwarzen Ledersitzen und weißen Kontrastnähten. Im November 2017 erscheinen attraktive „Limited Edition“-Modelle von G 350 d Professional und G 500. Es sind die letzten Höhepunkte vor der großen Modellpflege der Baureihe 463.

2018 Zur North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit hat im Januar 2018 die neue G-Klasse Premiere. Der Klassiker bleibt sich und seinen Wurzeln treu. Das macht auch die spektakuläre Inszenierung „Stronger Than Time“ eines G aus dem Jahr 1979 deutlich, der wie in Bernstein konserviert gezeigt wird. Dieses Kunstwerk betont, wie sehr die DNA des ersten G-Modells sich bis heute in der G-Klasse widerspiegelt. Denn auch das Erbgut von in versteinertem Harz eingeschlossenen Lebewesen wird über eine lange Zeit bewahrt. Technisch fährt die G-Klasse auch nach fast vier Jahrzehnten Produktionszeit weiter in die Zukunft. Dazu sagt Ola Källenius, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Konzernforschung und Entwicklung Mercedes-Benz Cars anlässlich des Bandanlaufs im Mai 2018: „Die neue G-Klasse legt die Messlatte in allen relevanten Bereichen noch ein Stück höher – in Sachen Performance auf und abseits der Straße ebenso wie beim Komfort und der Telematik. Unsere ‚dienstälteste‘ Baureihe ist damit bestens gerüstet, ihre Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Kurz gesagt: Der neue ‚G‘ bleibt ein ‚G‘, nur besser.“ Die Karosserie wirkt auf den ersten Blick nahezu unverändert, allerdings wird der Geländewagen 53 Millimeter länger und 121 Millimeter breiter. Das von Mercedes-Benz und Mercedes-AMG gemeinsam entwickelte Fahrwerk behält hinten die klassische Starrachse bei, vorn arbeitet künftig eine Doppelquerlenker-Vorderachse mit Einzelradaufhängung. Deren Komponenten sind direkt am Leiterrahmen des Fahrzeugs befestigt. Die Geländefähigkeit der neuen G-Klasse ist gegenüber der bisherigen Version noch einmal verbessert: 270 Millimeter Bodenfreiheit zum Vorderachsgetriebe, bis zu 100 Prozent Steigfähigkeit, bis zu 70 Zentimeter Wattiefe, fahrstabile Schräglagen von 35 Grad, Böschungswinkel von 30 Grad (hinten) und 31 Grad (vorn) sowie 26 Grad Rampenwinkel machen den Sonderstatus der Baureihe 463 abseits und auf der Straße auch in Zukunft deutlich. Nach der glänzenden Premiere in Detroit folgt im Februar 2018 der nächste Höhepunkt in der Geschichte des G: Das Top-Modell der Baureihe 463 ist der Mercedes-AMG G 63. Die Produktion der neuen G-Klasse startet im Mai 2018 in Graz, Mercedes-Benz liefert wieder zahlreiche Komponenten aus verschiedenen Werken in Deutschland zu. Unter anderem werden die Achsen im Werk Kassel gebaut – wie bereits seit 1979. Im Dezember 2018 folgt der G 350 d und damit die dritte Motorisierungsvariante mit dem hochmodernen Dieselmotor OM 656.

2019 Die Mercedes-Benz G-Klasse feiert im Februar 2019 ihren 40. Geburtstag.

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