Die klassischen Silberpfeile von Mercedes-Benz

31.01.2009
  • Rennwagen und Rekordfahrzeuge zwischen 1934 und 1939 sowie 1954 und 1955
  • Silberpfeile: Boliden mit fast mythischer Strahlkraft
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg lebt die Bezeichnung wieder auf
Die Faszination des Wettbewerbs und der Kontinuität auf höchstem Niveau ist bei Mercedes-Benz so stark wie das Markenzeichen selbst. Dahinter stehen erstklassige Produkte in allen Fahrzeugsegmenten. Dahinter steht aber auch der herausragende Wille zum Wettbewerb. Denn ständig ändern sich im globalen Umfeld die Kundenwünsche und Märkte, und kontinuierlich stellt sich das Unternehmen darauf ein.
Der Wille zum Wettbewerb äußert sich auch und gerade im Engagement von Mercedes-Benz im Motorsport. Hier zeigt sich bei jedem Rennen, wer an der Spitze fährt: Technik, Team und Taktik spielen Hand in Hand. Das Engagement reflektiert positiv auf die Marke, was die Kosten rechtfertigt. „Wir halten die Mehraufwendungen für Rennen als unumgänglich notwendig, um in der internationalen Konkurrenz für unser Fabrikat den ihm gebührenden Platz zu behaupten“ — so heißt es schon im Benz-Geschäftsbericht von 1907/08. Heute nutzen Sponsoren und Partner die Breitenwirkung des Motorsporteinsatzes und verringern mit ihrer Beteiligung das finanzielle Risiko.
Das Automobil stellt bereits in seinen Frühtagen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ersten Wettbewerben seine Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis. Fahrzeuge von Daimler und Benz nehmen an allen namhaften Veranstaltungen auf der Welt teil. Auch erzielen sie immer neue Geschwindigkeitsrekorde – der „Blitzen-Benz“ ist dafür ein eindrückliches Beispiel, er durchbricht 1909 als erstes Automobil die magische Marke von 200 km/h. Bald danach beginnt die Zeit der Kompressor-Rennwagen von Mercedes-Benz, die alle wichtigen Veranstaltungen dominieren.
Die klassischen Silberpfeile von Mercedes-Benz
Die frühe Renngeschichte des Unternehmens mündet in den 1930er Jahren in ein besonderes Kapitel: die Ära der Mercedes-Benz Silberpfeile. Sie fahren bei internationalen Rennen ganz vorn mit, setzen Maßstäbe des Sportsgeists und erproben Technik unter härtesten Bedingungen. Die Mercedes-Benz Silberpfeile sind ein Beleg für den Willen zum Wettbewerb – in jedem Jahr und mit jedem Fahrer. Gleichzeitig nährt jeder Sieg dieser besonderen historischen Rennwagen, jeder Rekord einen Mythos, der bis zum heutigen Tag große Strahlkraft hat – und den die Silberpfeile der Neuzeit, die ab den 1990er Jahren an den Start gehen, mühelos wieder aufnehmen.
Silberpfeile – das Wort hat Magie. Die griffige Rennwagen-Bezeichnung entsteht in den 1930er Jahren, als Mercedes-Benz zu Beginn der Rennsaison 1934 die Farbe der Grand-Prix-Wagen von Weiß zu Silber wechselt.
In den folgenden Jahrzehnten erweist sich der populäre Name „Silberpfeil“ als durchaus elastisch. In den 1930er Jahren deckt er die konkurrierende Auto Union mit ab. Und nachdem der McLaren-Mercedes MP4-12 Mitte Februar 1997 in den Farben des Partners West mit überwiegend silbernen Elementen präsentiert wird, ist der Name wieder in aller Munde. In erster Linie gilt die legendäre Bezeichnung allerdings für die Mercedes-Benz Renn- und Rekordwagen der 1930er und 1950er Jahre.
Eine Erfolgsserie in mehreren Stufen
Vier Rennwagen-Modelle prägen die erste Mercedes-Benz Silberpfeil-Ära in den fünf Jahren zwischen 1934 und 1939. Die Erfolgsserie beginnt mit dem W 25 (1934 bis 1936) und dem W 125 (1937) in der 750-Kilogramm-Formel. Weiter geht es 1938/39 mit dem W 154 in der Dreiliter-Formel. Schließlich folgt der W 165 in einer 1,5-Liter-Formel für das Rennen von Tripolis im Mai 1939.
Außerdem gebührt die Bezeichnung Silberpfeil noch einigen Rekordwagen von Mercedes-Benz, beispielsweise den Stromlinien-Varianten des W 25 (1934 und 1936), der Rekord-Version des W 125 (1938) sowie des W 154 (1939) und dem gewaltigen
T 80 (1939).
Der Versuch eines Comebacks mit dem Vorkriegsfahrzeug W 154 bei zwei Rennen in Buenos Aires im Februar 1951 bleibt eine Fußnote der Geschichte. Die Neuzeit beginnt zunächst 1952 mit dem Rennsportwagen 300 SL (W 194). Zwei Jahre später lebt der Mythos Silberpfeil wieder auf: Ab Juli 1954 knüpft das Unternehmen mit dem Grand-Prix-Wagen W 196 R und einer außergewöhnlichen Erfolgsserie an das Jahr 1939 an. 1955 trägt überdies der Rennsportwagen 300 SLR (W 196 S) zu den Erfolgen der Marke bei.
Die Fahrerpersönlichkeiten
Verschiedene Fahrer kommen auf den Silberpfeilen zum Einsatz. Besondere Bedeutung haben für die Jahre 1934 bis 1939 und 1952 bis 1955 diese:
  • Manfred von Brauchitsch
  • Rudolf Caracciola
  • Luigi Fagioli
  • Juan Manuel Fangio
  • Karl Kling
  • Hermann Lang
  • Stirling Moss
  • Richard Seaman
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