Erweiterter Fond-Schutz: Volle Sicherheit im Fond

15.05.2013
Mit dem Gurtschlossbringer, dem Beltbag und dem Cushionbag baut Mercedes-Benz das Sicherheitssystem für Fondpassagiere weiter aus – schon heute verfügen die Gurte im Fond, anders als bei vielen anderen Herstellern, über Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer.
Beide Systeme wurden zudem mit besonderem Blick auf neue Märkte in Asien entwickelt. Dort liegt die Besetzungsrate im Fond mit bis zu 30 Prozent deutlich höher als in Europa.
Reduzierung der Gurtlose: Der Gurtschlossbringer
Beim Gurtschlossbringer bewegt ein Elektromotor das Gurtschloss automatisch nach oben und unten. So kann das Anschnallen komfortabler erfolgen und die Gurtlose im Becken- und Thoraxbereich bereits beim Anschnallvorgang reduziert werden, die Passagiere werden seitlich und längs besser fixiert. Der Gurtschlossbringer folgt dem Integralen Sicherheitskonzept von Mercedes-Benz. Als konsequente Umsetzung des Sicherheitsgedankens deckt dieses Konzept alle Phasen automobiler Sicherheit ab: von der Sicherheit beim Fahren über Sicherheit in Gefahrensituationen, Schutz im Falle eines Unfalls bis hin zur Minimierung von Unfallfolgen.
Die Innovation ist typisch Mercedes-Benz: Sie verbessert Sicherheit und Komfort gleichzeitig. Denn das Anschnallen im Fond wird deutlich einfacher: Das Gurtschloss fährt beim Öffnen der Fondtüren aus der Polsterung nach oben und ist mit einem beleuchteten Einsteckschacht ausgerüstet. Durch das vereinfachte Anlegen des Gurts können die Anschnallraten im Fond steigen. Auch wird es einfacher, Kinder oder bedürftige Personen beim Anlegen des Gurts zu unterstützen.
Der Gurtschlossbringer ist darüber hinaus in das präventive Sicherheitssystem PRE-SAFE® integriert. Das heißt, in den Fällen, in denen PRE-SAFE® in kritischen Fahrsituationen oder bei erkannter kritischer Annäherung zu anderen Objekten aktiv wird, erfolgt über den Gurtschlossbringer eine reversible Gurtstraffung auch im Fond. Rückhaltesystem und Passagiere sind somit auf eine mögliche Unfallsituation besser vorbereitet. Der Gurtschlossbringer ergänzt so die bei Mercedes-Benz seit Jahren auf allen äußeren Sitzplätzen serienmäßige pyrotechnische Gurtstraffung, die bei einem entsprechend schweren Aufprall ausgelöst wird.
Der Gurtschlossbringer ist ein verfahrbares Gurtschloss, das sich über einen Elektromotor bis zu 50 Millimeter nach oben und bis zu 40 Millimeter nach unten bewegt. Das Gurtschloss ist über ein Seil mit einer Spindelmutter befestigt, die auf einer Spindel läuft und die Drehbewegung des Elektromotors in eine Längsbewegung umwandelt.
Mit dieser Bewegung werden folgende Funktionen dargestellt:
  • Anschnallerinnerung/Anschnallhilfe: Der Gurtschlossbringer ist mit einem beleuchteten Einsteckschacht ausgerüstet und lenkt so die Aufmerksamkeit der Insassen auf das Gurtschloss. Dadurch lässt sich vor allem im Dunkeln das Gurtschloss leichter finden und mit der Schlosszunge zusammenführen. Außerdem fährt das Gurtschloss beim Einsteigen um bis zu 50 Millimeter nach oben, um den Anschnallvorgang zu vereinfachen. Das Gurtschloss kann im ausgefahrenen Zustand besser erreicht und die Gurtzunge leichter gesteckt werden. Beide Funktionen werden durch das Öffnen der Türen beim Einsteigen aktiviert.
  • Gurtlose-Minimierung: Nach dem Steckvorgang fährt das Gurtschloss wieder in die Ursprungsposition zurück. Dabei wird eine mögliche Gurtlose im Becken- und Thoraxbereich reduziert und der Gurt kann sich im Beckenbereich korrekt an den Passagier anlegen.
  • PRE-SAFE® Funktion für Fondinsassen: Der Gurtschlossbringer ist vollständig in das PRE-SAFE® System des Fahrzeugs integriert. In den Fällen, in denen PRE-SAFE® in kritischen Fahrsituationen oder bei erkannter kritischer Annäherung zu anderen Objekten aktiv wird, erfolgt über den Gurtschlossbringer eine reversible Gurtstraffung jetzt auch im Fond. Rückhaltesystem und Passagiere sind somit auf eine mögliche Unfallsituation besser vorbereitet. Dabei fährt das Gurtschloss nicht wie bei der Anschnallerleichterung nach oben, sondern ca. 40 Millimeter reversibel nach unten und strafft so den Gurt am Insassen um bis zu 80 Millimeter. Weiterhin ergibt sich dadurch eine tiefere Position des Gurtverzweigungspunkts des Gurtschlosses an der Hüfte des Insassen. Dadurch kann die Gefahr des Durchtauchens des Beckens unter dem Gurt verringert werden. Die verbesserte Ankopplung der Insassen kann so die Belastungswerte bei einem möglichen Unfall reduzieren. Der Gurtschlossbringer ergänzt die bei Mercedes-Benz seit Jahren serienmäßige pyrotechnische Gurtstraffung, die bei einem tatsächlichen Aufprall ausgelöst wird.
  • POST-SAFE Funktionalität: Zur Verbesserung der Insassenrettung und Vereinfachung des Abschnallvorgangs durch Retter oder den Insassen selbst fährt das Gurtschloss nach erkanntem Crash und Stillstand des Fahrzeugs bei intaktem Bordnetz erneut aus, sobald die Türen durch Retter oder die Insassen selbst geöffnet werden. Die höher gelegene Gurtschlossposition erlaubt damit einen verbesserten Zugang an der Innenseite des Fahrzeugs, die Beleuchtung des Gurtschlosses lenkt die Aufmerksamkeit auf den Öffnungsmechanismus.
Ein Airbag für den Sicherheitsgurt: Der Beltbag
Der Beltbag ist ein aufblasbares Gurtband, das bei einem Frontalaufprall die Belastung auf den Brustkorb verringert und so das Verletzungsrisiko von Fondpassagieren reduzieren kann. Da die Dummy-Messtechnik nicht in der Lage ist, die Vorteile wie die geringere Insassenbelastung speziell im Bereich der Rippen durch ein breiteres Gurtband darzustellen, haben die Mercedes Sicherheitsexperten zusätzlich intensiv mit virtuellen Mensch-Modellen gearbeitet. Denn diese Computermodelle ermöglichen detaillierte Aussagen über die biomechanische Belastung während eines Unfalls.
Erkennen die Crashsensoren einen schweren Frontalaufprall, löst das Airbagsteuergerät die Entfaltung und Befüllung des Beltbag aus. Bis auf die fast dreifache Breite bläst dann ein Gasgenerator das mehrlagige, mit Reißnähten versehene Gurtband auf. Durch die nun zur Verfügung stehende größere Fläche wird die Kraft, die auf die Insassen wirkt, besser verteilt. So sinkt das Verletzungsrisiko.
Der Beltbag wird wie ein klassischer Sicherheitsgurt genutzt. Die Ausführung des Gurtbandes unterscheidet sich jedoch vom Standardgurt und erhielt in Probandentests beste Bewertungen für sehr guten Tragekomfort und eine besonders weiche Gurtbandkante.
Ein Airbag für den Sitz: Cushionbag
Ist die S-Klasse mit dem Executive Sitz (Liegesitz) ausgerüstet, verfügt dieser serienmäßig über den innovativen Cushionbag. Der Airbag befindet sich unter dem Polster der Sitzfläche, aber auf der Sitzschale aus Kunststoff, die von der Sitzmechanik bewegt wird. Damit befindet sich der Airbag bezogen auf den Insassen stets an der richtigen Position.
In der Liegeposition bestünde ohne zusätzliche Maßnahmen bei einem Unfall bei einer ebenen Sitzfläche die Gefahr, dass das Becken des Passagiers unter dem Gurtband durchrutscht (so genanntes Submarining). Durch den Cushionbag kann dies verhindert werden, denn er hebt den vorderen Bereich der Sitzpolsterung entsprechend an. Gezündet wird der Airbag nur, wenn sich bei einem Crash der Sitz in der Liegeposition befindet. In der aufrechten Stellung besteht das Risiko von Submarining nicht und der Cushionbag wird nicht ausgelöst.
2322110_66_Fond_Schutz_S_Klasse_de.doc
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