Erweiterter PRE-SAFE® Schutz: Vorbeugen ist besser als heilen

15.05.2013
Vor zehn Jahren hat Mercedes-Benz mit dem präventiven Insassenschutzsystem PRE-SAFE® ein wegweisendes Konzept der Sicherheitstechnologie vorgestellt, das seither kontinuierlich weiter entwickelt wird. Jetzt baut der Sicherheitspionier den Schutz abermals aus.
Die neuen PRE-SAFE® Funktionen können dazu beitragen, Fußgänger- und Auffahrunfälle im Stadtverkehr zu vermeiden, Gefahrensituationen durch Folgeverkehr zu entschärfen und erweitern die Schutzfunktion des Sicherheitsgurts.
  • PRE-SAFE® Bremse kann jetzt auch Fußgänger erkennen und bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h die Kollision durch eine autonome Bremsung vermeiden.
  • PRE-SAFE® PLUS kann eine drohende Heckkollision erkennen und den Folgeverkehr durch Aktivierung der hinteren Warnblinklichter in hoher Frequenz warnen. Bei anhaltender Kollisionsgefahr kann das System das stehende Fahrzeug vor einer Heckkollision festbremsen und damit das Risiko eines Schleudertraumas durch Reduzierung des aufprallbedingten Vorwärtsrucks minimieren. So kann außerdem die Gefahr von Sekundärunfällen vermindert werden. Unmittelbar vor dem Aufprall werden die PRE-SAFE® Insassenschutzmaßnahmen ausgelöst.
  • Bei PRE-SAFE® Impuls bewegt der Sicherheitsgurt Fahrer und Beifahrer in einer frühen Crashphase noch vor dem Anstieg der aufprallbedingten Insassenverzögerung entgegen der Aufprallrichtung. Dadurch können das Verletzungsrisiko und die Verletzungsschwere bei Frontalcrashs erheblich reduziert werden.
Mit Fußgängererkennung und Citybremsfunktion: BAS PLUS mit Kreuzungs-Assistent und PRE-SAFE® Bremse
Die Funktionen BAS PLUS mit Kreuzungs-Assistent und PRE-SAFE® Bremse wurden um eine Fußgängererkennung erweitert. Außerdem wurde die autonome Bremsung auf Vorausfahrzeuge deutlich optimiert.
Durch die Kombination von Stereokamera und Radarsensoren können Fußgänger im Bereich vor dem Fahrzeug erkannt werden. Bei erkannter Gefahr wird optisch und akustisch gewarnt. Reagiert der Fahrer durch Bremsen, wird durch BAS PLUS mit Kreuzungs-Assistent bei Bedarf die Verzögerung situationsgerecht bis hin zur Vollbremsung verstärkt. Reagiert der Fahrer nicht, bremst PRE‑SAFE® Bremse das Fahrzeug autonom ab. PRE‑SAFE® Bremse mit Fußgängererkennung ist bis ca. 72 km/h aktiv und kann Fußgängerunfälle bis zu einer Ausgangsgeschwindigkeit von 50 km/h autonom vermeiden.
Auswertungen von GIDAS-Unfalldaten durch Mercedes-Benz zeigen, dass mit dieser neuen Technik sechs Prozent der Fußgängerunfälle vermieden werden können und weitere 41 Prozent weniger schwere Folgen nach sich ziehen. Der Funktionsbereich der autonomen Bremsung auf stehende Fahrzeuge wurde so optimiert, dass ebenfalls bis 50 km/h ein Auffahrunfall vermieden werden kann.
BAS PLUS mit Kreuzungs-Assistent und PRE-SAFE® Bremse mit Fußgängererkennung nutzen die gleichen Sensoren, die auch für den adaptiven Abstandsregeltempomat DISTRONIC PLUS mit Lenk-Assistent eingesetzt werden: die neue Stereokamera sowie die mehrstufige Radarsensorik.
Sicherheitsmaßnahmen bei drohendem Heckaufprall: PRE-SAFE® PLUS
PRE-SAFE® PLUS ist eine Erweiterung der bekannten Insassenschutz­maßnahmen in Gefahrensituationen durch Folgeverkehr. Ein Radarsensor im hinteren Stoßfänger erfasst den Verkehr hinter dem eigenen Fahrzeug. Wird ein drohender Heckaufprall erkannt, wird der Fahrer des Folgefahrzeuges durch Aktivierung der hinteren Warnblinkleuchten in hoher Frequenz (5 Hz) gewarnt (gilt nicht für Fahrzeuge mit Ländercodierung USA/Kanada). Im Fahrzeugstillstand und wenn der Fahrer den Wunsch äußert, stehen zu bleiben (indem er zum Beispiel auf der Bremse steht, die HOLD-Funktion aktiviert oder die Stufe „P“ am Wahlhebel einlegt), unterstützt PRE-SAFE® PLUS den Fahrer bei anhaltender Kollisionsgefahr durch Erhöhung des Bremsdruckes. Das Fahrzeug wird „festgebremst“. Außerdem werden unmittelbar vor dem Aufprall die präventiven PRE-SAFE® Insassenschutzmaßnahmen, insbesondere die reversiblen Gurtstraffer, ausgelöst.
Fährt ein anderes Fahrzeug auf, wird durch das Festbremsen des Fahrzeuges einerseits die Insassenbelastung, wie das Risiko eines Schleudertraumas, deutlich reduziert. Andererseits dient das Festbremsen dem Partnerschutz: Unkontrollierte Bewegungen des Fahrzeugs nach dem Stoß, die zu Folgekollisionen führen können, werden verringert. Beispiele sind eine Kollision mit einem Vorausfahrzeug oder – in Kreuzungssituationen – Kollisionen mit Fußgängern oder anderen Verkehrsteilnehmern.
Intelligente Gegenbewegung: PRE-SAFE® Impuls
Mit PRE-SAFE® Impuls erweitert Mercedes-Benz die Schutzfunktion des Front-Sicherheitsgurts: In einer frühen Crashphase noch vor dem Anstieg der aufprallbedingten Verzögerung bewegt der Sicherheitsgurt die vorderen Insassen entgegen der Aufprallrichtung und zieht sie tiefer in den Sitz. Zum Zeitpunkt der höchsten Belastungsphase beim Unfall wird der eingezogene Weg dann unter kontrolliertem Energieabbau über eine zusätzliche Kraftbegrenzung im Gurtschloss wieder zur Verfügung gestellt. Vorbeschleunigung und Kraftbegrenzung ermöglichen eine zeitweise Entkopplung des Insassen vom Crash. Dadurch können das Verletzungsrisiko und die Verletzungsschwere bei Frontalcrashs erheblich reduziert werden.
Mit PRE-SAFE® Impuls kann das Gurtband an allen drei Gurtverankerungs­punkten sowohl im Becken- als auch im Brustbereich pyrotechnisch eingezogen und am Schloss und im Schulterbereich kraftgesteuert wieder freigegeben werden. Maßgeblicher Unterschied zu herkömmlichen Gurtstraffern ist, dass die Kraft zum Gurtbandeinzug über eine deutlich längere Zeit homogener aufrechterhalten wird. Je nach Unfallschwere zündet die Auslöselogik gestuft die Gurtstraffer des Gurtsystems. Somit lässt sich die Straffleistung bedarfsgerecht einsetzen. Ergänzend zum pyrotechnischen Aufrollstraffer verfügt das in die Sitzstruktur integrierte PRE-SAFE® Impuls System über einen pyrotechnischen Gurtschloss- und Endbeschlagsstraffer mit zentralem Gasgenerator.
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