Exterieur-Design: „Seamless“, digital und elektrisch

14.09.2019
Nizza

Alternative Antriebe und automatisierte Fahrfunktionen bis hin zum autonomen Fahren öffnen neue Optionen für das Exterieur-Design von Fahrzeugen. Zum einen bieten sie die Möglichkeit, ungewohnte Proportionen zu kreieren, zum anderen übernimmt die Außenhülle des Fahrzeugs neue Funktionen – zum Beispiel für eine intensivierte Kommunikation des Fahrzeugs mit seiner Umwelt. Mit dem Vision EQS setzt Mercedes-Benz einen Meilenstein in dieser Hinsicht. 

Mit seinem neuartigen, gestreckten „One Bow“-Design führt der Vision EQS die Designphilosophie „Progressive Luxury“ der EQ-Fahrzeuge in eine neue Dimension. Die „Seamless“-Ästhetik der spannungsgeladenen, kraftvollen Skulptur verleiht dem Vision EQS seinen majestätischen Auftritt.

Technische Details wie die 24-Zoll großen Vielspeichen-Felgen, die einen juwelenartigen Gegenpol zur fließenden Körperform bilden, unterstreichen den luxuriösen Charakter der Limousine und transportieren zugleich Leichtigkeit und Sportlichkeit.  So wie auch die erstmals fugenlos in die Karosserie integrierten Heckleuchten: Mit 229 einzelnen LED-Sternen zeigen sie eine völlig neu gedachte Anwendung des Markenlogos.

Der signifikante Kontrast des umlaufenden 360°-Außenlichtbandes, das den Black-Panel-LED-Matrixgrill sowie die Frontleuchten mit der Heckleuchteneinheit verbindet, definiert mit seiner technischen Präzision eine neuartige Struktur des Exterieurs. Durch die Farbtrennung im Schulterbereich entsteht nicht nur eine charakteristische Zweiteilung des Äußeren mit einer auf dem Fahrzeugkörper schwebenden Glaskuppel, zusätzlich ermöglicht sie eine optische Streckung der modernen Limousine. Gleichzeitig betont der Kontrast die ästhetische Spannung des gesamten Showcars. Parallel zur Dachkontur überspannt ein „seamless“ integrierter Chromzierbogen die seitliche Silhouette des Greenhouses und verleiht dem „One Bow“-Design schmuckhafte Eleganz.

Die 3D-Linien-Struktur des Frontspoilers in Hochglanzschwarz setzt sich über die Seiten fort bis zum Heckspoiler. In sie schmiegen sich nahtlos roségoldfarbene Blades, die Luxus und Hochtechnologie transportieren und die aerodynamische Ästhetik des Fahrzeugs unterstreichen. Gleichzeitig erzeugen diese konsequent horizontal verlaufenden Grenzlinien in der unteren Fahrzeugpartie einen spannungsreichen Kontrast zum sinnlich geschwungenen Fahrzeugkörper.

Das Licht der Zukunft: DIGITAL LIGHT Holographic-Lens-Scheinwerfer

Doch das Design geht noch einen Schritt weiter. Mit der nahtlosen Integration des Lichts wird der Vision EQS zum „kommunizierenden Fahrzeug“, zum „cooperative car“. Das 360-Grad-Außenlichtband, der digitale LED-Matrixgrill und die DIGITAL LIGHT-Scheinwerfer ermöglichen eine Interaktion zwischen Fahrzeug und Umwelt.

Der Black-Panel-Grill, der weltweit erstmals mit mehreren Ebenen umgesetzt wird, bietet ein neues Level an präziser Signalisation. Der Leuchtmatrix besteht aus 188 Platinen, die jeweils fünf einzeln ansteuerbare LEDs sowie einen Einzelstern tragen. Durch insgesamt 940 Einzel-LEDs im dreidimensionalen Raum erhalten die Lichtsignale eine faszinierende Tiefenwirkung. Das den Grill durchziehende Leuchtband zeigt zudem die Zugehörigkeit zur EQ Familie.

Highlight des Vision EQS sind allerdings die neuen DIGITAL LIGHT Scheinwerfer mit je zwei Holographic-Lens-Modulen. Erwacht das Black Panel zum Leben, erzeugen schwerelos wirkende Pixel den holografischen Eindruck schwebender Lichtmodule.

Die Holografie-Linsenkörper rotieren dabei mit weit über 2000 Umdrehungen pro Minute. Die hohe Drehgeschwindigkeit suggeriert dem menschlichen Auge ein Standbild und ermöglicht durch spezielle Ansteuerung sogar die Darstellung einzelner holografischer Bilder. Das Hauptmodul und die Platinen werden nahezu unsichtbar, somit „schweben“ die 500 Leuchtdioden pro Scheinwerfer optisch frei im Raum. Da jede einzelne der weniger als einen Millimeter großen Hochleistungs-Leuchtdioden individuell angesteuert wird und auf drei Drehebenen rotieren kann, wird der schwebende 3D-Eindruck zusätzlich verstärkt.

Mit der DIGITAL-LIGHT-Technik entsteht eine beinahe unbegrenzte Anzahl an Darstellungsmöglichkeiten, welche einen Ausblick auf die zukünftigen Lichtinszenierungen von Mercedes-Benz gibt. Sie zeigt auch, dass Licht in Zukunft nicht mehr nur Kernelement für Sicherheit, sondern auch für Mensch-Maschine-Kommunikation, Ästhetik und Design sein wird.

Neue Technologien, neue Inspirationen

Bei ihrer Gestaltung erschaffen die Mercedes-Benz Designer mit den besten Proportionen in jedem Segment, großzügiger Modellierung von Flächen und Liebe zum Detail Luxus im Exterieur. Darüber hinaus gestalten und erforschen sie neue Fahrzeuggattungen, deren Proportionen sowie Konzepte und Ideen für die Weiterentwicklung des Produktportfolios und der Designphilosophie der Sinnlichen Klarheit. Dazu nutzen sie modernste Technogien und unterschiedlichste Inspirationsquellen, die über den Horizont des reinen Fahrzeugs hinausgehen. In einem freien Projekt, das nicht in Bezug mit der direkten Entwicklung von Serienprodukten steht, lassen sie sich beispielsweise von Flugzeugen inspirieren, und gestalten mit VR-Technologien grundlegend neue Formen für Automobile der Zukunft.

Flugzeuge sind für die Gestaltung von Fahrzeugen eine interessante Inspirationsquelle, weil sie über eine eigene Ästhetik verfügen, deren Form sehr stark über die Funktion definiert wird. Im Fokus steht dabei der Kontrast zwischen den scharfen Abrisskanten an Tragflächen, Düsen, Turbinen und den vollen, glatten Flächen des Flugzeugkörpers. Davon inspiriert entwickelten die Mercedes-Benz Designer neue Fahrzeug-Proportionen und Formen, die dem Motiv „Aviation“ folgen und ein starkes Gewicht auf den Luftfluss und die Aerodynamik legen. Ansätze daraus präsentierten sie beim Workshop „Design Essentials III“ mit VR-Technik in einem virtuellen Flugzeughangar. Entstanden sind zwei völlig neuartige Exterieur-Designs, die den „Form follows function“-Ansatz von Flugzeugen mit dem „Form follows emotion“-Ansatz von Fahrzeugen kombinieren.

VR-Technologie nimmt jedoch nicht nur bei der Präsentation dieser Inspirationen eine wichtige Rolle ein, sondern auch im Exterieur-Gestaltungsprozess. Dank VR-Technologie lassen sich Formen und Proportionen in einem sehr frühen Stadium des Designprozesses simulieren. Dies beschleunigt und erleichtert den Prozess enorm. Die VR-Technik hilft dabei, neue Wege der Formgebung und Raumgestaltung auszuprobieren und zu entscheiden, welche weiterverfolgt werden. So lassen sich damit zum Beispiel auch die Luftströme rund um das Fahrzeug simulieren. Dies gibt wichtige Aufschlüsse über die Aerodynamik des jeweiligen Entwurfs. So kann sehr früh entschieden werden, ob eine Idee weiterfolgt und verfeinert werden kann oder verworfen wird.

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