Glossar: Wichtige Design-Fachbegriffe

27.01.2017
Sindelfingen

Bauhaus: Ein prägender Stil in Design, Kunst und Architektur, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Antwort auf den Expressionismus entstand. Walter Gropius gründete 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar als Kunstschule. Die Schlichtheit der Gestaltung sowie die Reduktion auf das Wesentliche zeigen sich auch im Mercedes-Benz Design und sind Pol der Designphilosophie: https://www.mercedes-benz.com/de/mercedes-benz/design/gorden-wagener-ueber-bauhaus-und-sinnliche-klarheit-video/

Color & Trim: Bereich im Interieur Design. Neben Außenlacken geht es dort im Schwerpunkt um Farben und Ausstattung (z.B. mit Zierteilen) des Innenraums. Für die Gestaltung der Oberflächen wählen die Color & Trim Designer Materialien und Farben aus Hunderten von Stoff-, Leder, Holz- und Metallmustern aus. Die Wirkung von Haptik und Farben wird in 1:1-Sitzkisten unter realen Bedingungen zusammengestellt und definiert.

Corporate Design: Visuelles Erscheinungsbild eines Unternehmens und seiner Marken und zugleich Teil der Unternehmensidentität (Corporate Identity, CI). Das CD umfasst die gesamte Unternehmenskommunikation vom Logo über Geschäftspapiere, Internetauftritt, Auftritt auf Events und Messen, Architektur, Bekleidung etc.

Design Freeze: Die Endphase der freien Design-Gestaltung, in der alle Design-Spezifikationen festgelegt und technisch umsetzbar sind. Das Design wird auf diesem Stand sozusagen „eingefroren" und für die Vorbereitung der Serienproduktion freigegeben.  

Modellabnahme: Abschluss eines jeden Designprozesses ist die Modellabnahme durch den Vorstand. Ist diese erfolgreich, steht der Produktion des neuen Mercedes-Benz nichts mehr im Weg.

Moodboard (engl. mood „Stimmung“, board „Tafel“ ): Dieses Arbeits- und Präsentationsmittel ist eine Collage aus Fotos, Zeichnungen und kurzen Bildtexten. Moodboards helfen bei der Inspiration, indem sie Ideen visualisieren und Atmosphäre vermitteln.

Nähkleid: Aus mehreren Teilen von Hand zusammengenähter Leder- oder Kunstlederbezug für das Armaturenbrett oder weitere Interieur-Bauteile.

Power Wall: Die Projektionswand, auf der die Designer ihre Entwürfe oder Datenmodelle im Maßstab 1:1 aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Umgebungen betrachten und analysieren können.

Rapid Prototyping (übersetzt: schneller Modellbau): Oberbegriff für verschiedene Fertigungsverfahren, mit denen anhand der CAD-Daten Musterbauteile und Prototypen besonders schnell gefertigt werden. Dazu gehören beispielsweise die Stereolithografie und der 3D-Druck.

Rendering (engl. to render „ausführen“): Eine grafische Darstellung, die mit Computerhilfe von einer Skizze, einem Modell oder CAD-Daten abgeleitet wurde oder direkt auf elektronischem Weg entsteht.

Sicken: Gestaltungsmerkmal im Design, eine Vertiefung, mit der sich Flächen gestalten lassen. Verliert bei der Weiterentwicklung der Mercedes-Benz Designphilosophie der Sinnlichen Klarheit an Bedeutung.

Sitzkiste: Ein im Maßstab 1:1 konstruiertes Modell zur Darstellung eines automobilen Innenraums. Diese Mock-ups bilden die Geometrien und Oberflächengestaltung im Interieur ab. Mit Sitzkisten lassen sich unter anderem die Ergonomie des Fahrerplatzes untersuchen und Color & Trim Varianten beurteilen und auswählen.

Stereo-Lithografie: Ein Rapid-Prototyping-Verfahren, bei dem direkt aus den CAD-Daten hochpräzise Kunststoffteile erzeugt werden. In einem flüssigen, lichtempfindlichen Kunststoff (Photopolymer) werden per Laserstrahl Schicht für Schicht die massiven Bereiche des Teiles belichtet bzw. ausgehärtet.

Strak-Daten: Der Strak eines Fahrzeugs ist die mathematisch perfekte geometrische Darstellung der sichtbaren Oberflächen im Interieur und Exterieur unter Berücksichtigung aller technischen und formalästhetischen Ansprüche. Die Strak-Daten werden vom Design freigegeben und über die Entwicklungsbereiche an den Werkzeugbau übergeben.

 

UX-Design (User Experience Design): Ein Fachgebiet im Design, bei dem die Nutzererfahrung im Sinne eines Gesamterlebnisses gestaltet wird. Ein Teilgebiet ist das UI-Design.

UI-Design (User Interface Design): Designgebiet, in dem die Gestaltung der Interaktion zwischen Mensch und Maschine, also der Bedienflächen, im Mittelpunkt steht.

Virtual Reality: Als virtuelle Realität bezeichnet man eine allumfassende Computer-generierte Nachbildung der Wirklichkeit, die meist mittels spezieller Datenbrillen erlebbar gemacht wird. Das Mercedes-Benz Designteam nutzt diese Technologie, um verschiedenste Konzepte rund um den Entwicklungs- und Gestaltungsprozess des Autos prototypisch darzustellen und interaktiv erlebbar zu machen.

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