Manufaktur: Liebhaberstücke mit höchstem Anspruch an Exklusivität

05.05.2018
Affalterbach

Mit dem Kooperationsvertrag zwischen der damaligen Daimler-Benz AG (heute Daimler AG) und Steyr-Daimler-Puch (heute Magna Steyr) im österreichischen Graz wurde 1972 der Grundstein für die Fertigung der seit fast vier Jahrzehnten erfolgreichen G-Klasse gelegt. Die Zusammenarbeit zwischen Daimler-Benz und dem österreichischen Allrad-Spezialisten Steyr-Daimler-Puch, der bis dahin vor allem für seine extrem geländegängigen Modelle „Haflinger“ und „Pinzgauer“ bekannt war, bringt das umfassende Offroad-Know-how zusammen, das die einzigartigen Fahreigenschaften der G-Klasse bis heute prägt. Die Fachleute in Stuttgart sind für die Konstruktion und Design sowie für den überwiegenden Teil der Versuchsarbeit verantwortlich. Ein zweites Team kümmert sich in Graz vor allem um die Rohbau-Konstruktion, die Entwicklung des neuen Verteilergetriebes und den Geländefahrversuch.

1977 wird die „Geländefahrzeug GmbH" (GFG) als eigenständiges Gemeinschaftsunternehmen gegründet, an dem beide Partner je die Hälfte der Anteile halten. Das gemeinsame Unternehmen ist für die Produktion verantwortlich, seit 1992 läuft auch die Entwicklungsarbeit über Graz. 1981 wird die GFG aufgelöst und eine Umstrukturierung der Aufgabenbereiche zwischen Daimler-Benz und Steyr-Daimler-Puch durchgeführt. Daimler-Benz verantwortet nun exklusiv die Weiterentwicklung des Geländewagens, wohingegen Steyr-Daimler-Puch sich im Lohnauftrag auf die Produktion fokussiert. 

2013 benennt sich das Unternehmen als hundertprozentige Mercedes-Benz Tochter folgerichtig in Mercedes-Benz G GmbH um. Diese Gesellschaft, den Vertrieb, das Marketing sowie das Produktmanagement der zivilen und nicht-zivilen G-Klassen verantwortet der Produktbereich Geländewagen bei Mercedes-Benz Cars mit Sitz in Stuttgart-Möhringen. Auch die strategische Planung und die Marktentwicklung sind in der baden-württembergischen Landeshauptstadt angesiedelt.

Bis heute wird jeder einzelne der legendären Geländewagen, sämtliche Karosserievarianten und Motorisierungen bis hin zu den AMG Modellen bei Magna Steyr auf nur einer Fertigungsstraße montiert. Etwa 2.000 Mitarbeiter sorgen hier in sorgfältiger Handarbeit dafür, dass dieses Präzisionswerkzeug auf die Straße und ins Gelände kommt. Dafür nehmen sie sich die nötige Zeit. Denn nur unter größter Hingabe und Verwendung besonders edler Materialien kann ein Automobil entstehen, das sowohl dem Großstadtdschungel als auch schwierigstem Gelände trotzt. Ob Exterieur oder Interieur, ob Ziernaht oder Typenschild: Fast jedes Detail wird liebevoll mit Leidenschaft und in handwerklicher Perfektion gefertigt. Erfahrene Sattlermeister etwa achten bei der Herstellung der Sitze auf jedes Detail. Hochwertige Ledersorten werden so auf hervorragende Art verarbeitet. Dem fachmännischen Auge der Sattler entgeht nicht die kleinste Irritation im Leder. So entstehen Liebhaberstücke mit höchstem Anspruch an Exklusivität aus Meisterhand.

„Das Team, das an diesem Erfolg maßgeblich beteiligt ist, umfasst Mitarbeiter, die schon seit mehr als 38 Jahren Teil der Geschichte der G-Klasse sind. Mit Magna Steyr verbindet uns eine jahrzehntelange erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Produktion der G-Klasse“, sagt Dr. Gunnar Güthenke, Leiter Produktbereich Geländewagen bei Mercedes-Benz.

Aus der Zusammenarbeit, die 1972 begann, hat sich eine wohl einzigartige Mischung ergeben, die alle Vorteile eines großen Automobilherstellers, einer kleinen, eigenständigen Organisation und einer Manufaktur vereint. Ein Beispiel: Erstmals entwickeln die Ingenieure von Mercedes-Benz gemeinsam mit den Partnern Magna Steyr Fahrzeugtechnik und AMG am Standort Graz ein volldigitales Fahrzeug. Erst nach vielen Simulationsschleifen und positiven Ergebnissen erfolgt mit dem Aufbau von Erprobungsfahrzeugen der Schritt von der digitalen in die reale Welt. So wird durch Testfahrten und Simulationen der Reifegrad der G-Klasse immer weiter gesteigert bis hin zur Kundentauglichkeit.

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