Sehen und gesehen werden: Papstwagen auf Basis der G-Klasse

12.02.2019
Stuttgart

Papst Johannes Paul II. wird ab 1980 zum weltweit wohl bekanntesten Nutzer eines G-Modells. Denn der Pontifex nutzt als Repräsentationsfahrzeug bei öffentlichen Anlässen meist einen perlmuttweiß lackierten 230 G. Nur zwei Jahre später folgt ein nahezu identisch aufgebauter 230 GE.

Dieses „Papamobil“, wie es in der Öffentlichkeit genannt wird, begleitet den Papst zwei Jahrzehnte lang bei Reisen in alle Welt. Und selbst da, wo der Heilige Vater ohne seine eigenen Papstwagen zu Gast ist, wird ihm im jeweiligen Land für gewöhnlich ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das sich an der Konzeption des G-Modells aus den frühen 1980er-Jahren orientiert. Ab dem Jahr 2007 kommt zudem ein offener G 500 als Fahrzeug für Audienzen im Vatikan zum Einsatz.

Der Papstwagen aus dem Jahr 1980 basiert auf der Baureihe 460 mit langem Radstand. Er setzt eine schon viele Jahrzehnte bestehende Partnerschaft zwischen der Stuttgarter Marke und dem Vatikan fort. Zu den legendären Vorgängern der G-Modelle gehören die Papstwagen auf Basis der Typen Mercedes-Benz Nürburg 460 (W 08, 1930), Mercedes-Benz 300 (W 189, 1960) und Mercedes-Benz 600 (W 100, 1965).

Von diesen Limousinen und Landaulets unterscheiden sich das neue Fahrzeug jedoch gleich mehrfach. Zur Sichtbarkeit des Pontifex trägt seine hohe Sitzposition bei. Dazu wird der Fußboden im Heck des G um 400 Millimeter gegenüber der Serienversion angehoben – das ist deutlich mehr als bisher in den Mercedes-Benz Fahrzeugen für den Vatikan üblich. So kann der Papst den Gläubigen bei Großveranstaltungen an ganz unterschiedlichen Orten nahe sein. Das zeigt der Besuch des Papstes in der Bundesrepublik Deutschland im Spätherbst 1980, als der 230 G Papstwagen Premiere hat.

Auch farblich hebt sich das neue Fahrzeug von den früheren Papstwagen ab: Die helle Lackierung (statt des vorher üblichen Schwarz) mit Akzenten in Gold und Messing sowie weißer Innenausstattung (weißes Wollvelours und weißes Leder) präsentiert beide Fahrzeuge nun in den Farben des Papstes.

Charakteristisch ist zudem die Schutzhaube aus Plexiglas mit integrierten Leuchten und einer leistungsstarken Klimaanlage, die das Beschlagen der Scheiben auch bei warmem und feuchtem Wetter verhindert. Zunächst ist diese kubische Kuppel vor allem als Wetterschutz gedacht und wird abnehmbar konstruiert. Der 230 G, erster Papstwagen auf Basis eines G-Modells, gehört heute zu den beliebtesten Exponaten der Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart.

Die Tradition der Papstwagen auf Basis des G-Modells führen zwei Fahrzeuge der M-Klasse aus den Jahren 2002 und 2012 fort. Der Mercedes-Benz ML 430, den der Vatikan 2002 übernimmt, hat für den Papst eine Kabine aus Panzerglas. Das Fahrzeug debütiert beim Besuch von Papst Johannes Paul II. auf dem Weltjugendtag in Toronto.

Ab Dezember 2007 kommt im Vatikan auch ein G 500 als Fahrzeug für den Papst zum Einsatz. Die weiß lackierte G-Klasse wird entweder ganz offen bei Audienzen im Vatikan verwendet, oder mit einem transparenten Wetterdach, wie beispielsweise bei einem Besuch von Papst Franziskus im Juli 2013 in Brasilien.

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