Vielfältiger Einsatz: Die G-Klasse beim Militär

12.02.2019
Stuttgart

Der G wird zwar nicht als Militärfahrzeug konzipiert. Aber bereits in der Entwicklungsphase Mitte 1970er-Jahre gibt es Überlegungen, wie man aus dem Geländewagen eine Armeevariante ableiten kann.

Zunächst entscheiden sich unter anderem die Armeen in Argentinien und Norwegen für den Mercedes-Benz G. Auch die Streitkräfte in Dänemark, Kanada, Malaysia, den Niederlanden, Schweden und den Vereinigten Staaten von Amerika setzen das G-Modell ein. Österreich sowie die Schweiz ordern entsprechende Fahrzeuge mit dem Puch-Markenzeichen. So liefert Steyr-Daimler-Puch im Jahr 1985 die ersten G-Modelle an das österreichische Bundesheer aus.

Teilweise wird die G-Klasse bereits in der zweiten Generation eingesetzt: Die Streitkräfte der Schweiz beispielsweise beschaffen von 2016 bis 2020 insgesamt 3.200 neue Fahrzeuge. Die konzeptionell identischen, technisch aber deutlich weiterentwickelten G 300 CDI ersetzen die bewährten, ab 1989 ausgelieferten Puch 230 G.

Australien bestellt im Jahr 2008 für sein Militär insgesamt 1.200 G-Klasse Fahrzeuge. 600 Exemplare davon werden in der neu entwickelten 6x6-Konfiguration ausgeliefert. Dabei handelt es sich um eine G-Klasse mit drei Achsen und Allradantrieb, um die besonderen Nutzlastanforderungen der australischen Armee zu erfüllen. Von dieser neuen Variante der G-Klasse profitieren auch anspruchsvollste Privatkunden. Denn auf dieser Basis entsteht der hochexklusive Mercedes-Benz G 63 AMG 6x6, der 2013 zunächst als Showcar präsentiert wird.

In Deutschland kaufen das G-Modell in den frühen 1980er-Jahren zunächst andere öffentliche Anwender, die extrem hohe Ansprüche an die Geländegängigkeit und das Fahrverhalten auf der Straße stellen. Dazu zählt beispielsweise der Bundesgrenzschutz. Ab Anfang der 1990er-Jahre wird die G-Klasse auch von der Bundeswehr angeschafft. Die Armee ordnet das Fahrzeug unter der Bezeichnung Wolf in den Fuhrpark ein.

Neben den sehr seriennahen Militärversionen des G-Modells gibt es auch Varianten mit zum Teil deutlichen Abweichungen. Das trifft auf den Peugeot P 4 zu. Dieser entsteht auf Basis des G-Modells, die allerdings mit Otto- und Benzinmotoren des Peugeot 504 und Getrieben des Peugeot 604 ausgestattet sind. Von 1981 bis 1985 werden 7.500 Fahrzeuge im Peugeot-Werk Sochaux gebaut, rund 6.000 weitere P 4 entstehen dann bis 1988 bei Panhard.

Auch Kaelble in Backnang, knapp 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart gelegen, erkennt die Fähigkeiten des G-Modells für militärische Einsätze. 1982 entsteht bei dem Unternehmen, das vor allem für Zugmaschinen und schwere Nutzfahrzeuge bekannt ist, der Prototyp GLF 1 eines Geländewagens auf Basis des Mercedes-Benz 240 GD. Zur Serienfertigung des Fahrzeugs mit eigenständigem Aufbau sowie modifiziertem Fahrwerk mit Einzelradaufhängung kommt es aber nicht.

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